Keine Angst vor Hits – neue Musik bei detektor.fm

19.06.2012

Unermüdlich halten wir Ausschau nach neuer Musik, die uns und die Welt bewegt. Aus der schier endlosen Masse an Neuerscheinungen und Netz-Hypes filtern wir die Schätze heraus. In dieser Woche neu auf der detektor.fm-Playlist: Asaf Avidan, Retro Stefson, Ornette, Haim und Jonathan Boulet.

Asaf Avidan & The Mojos – One Day / Reckoning Song (Wankelmut Remix)

Nicht selten heißt es beim Erstkontakt mit dieser Band: Singt da eine Frau oder ein Mann? Die androgyne Stimme von Asaf Avidan bleibt hängen. In seiner Heimat Israel verehrt man ihn als die Wiedergeburt von Janis Joplin. Er selbst will natürlich seinen ganz eigenen Sound etablieren:

Das ist wie mit Jack White, als das erste White Stripes Album erschien. Alles was ich dazu las, war: „Es klingt wie Led Zepplin in einer Garage“. Ein paar Jahre später sagten die Leute: „Wow, das klingt wie Jack White“. Jetzt hat er seinen eigenen Sound und ich hoffe dazu kommen wir auch eines Tages.

Ganz angekommen sind Asaf Avidan & The Mojos an diesem Punkt noch nicht und die Resonanz hält sich zumindest hierzulande in Grenzen. Wäre da nicht dieser Berliner Student und Laptop-Musiker namens Wankelmut, der Asaf Avidan gesampelt und mit einem Club-Beat versehen hat. Im Wankelmut-Remix bringt der Reckoning Song gerade sämtliche Tanzflächen zum überkochen. Es ist einer dieser Songs, den der DJ zweimal am Abend spielen muss, weil die Meute danach lechzt. Das wird uns irgendwann ganz sicher auf die Nerven gehen. Einen Sommer lang tanzen wir aber erstmal mit.

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Retro Stefson – Qween

Retro Stefson sind sieben blutjunge Isländer, die ihre Zelte in der Heimat abgebrochen haben und der Musik wegen nach der Berlin gezogen sind.

Es ist viel billiger, sich hier eine Wohnung zu mieten. Außerdem tut uns der Tapetenwechsel gut. Wir stehen jetzt auf eigenen Füßen. Was uns aufgefallen ist: Es gibt viele Hipster in Berlin!

Vielleicht waren es ja die Berlin-Hipster, die Retro Stefson zu ihrem neuen Song Qween angetrieben haben. Darauf geben sich die Isländer elektronischer als auf ihrem Debütalbum. Es ist ein Vorgeschmack auf die neue, noch unbetitelte Platte, an der Retro Stefson gerade werkeln. Wann das Zweitwerk rauskommt, steht noch in den Sternen, da sich die Band gerade ein neues Label sucht. Zur Überbrückung der Wartezeit gibt’s Qween schon mal bei uns in der Playlist.

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Ornette – Crazy (Nôze Remix)

Wer am Pariser Musikkonservatorium studiert, durchläuft eine strenge Schule, davon kann auch Bettina Kee ein Lied singen. Die 28-jährige kam so zum Piano und ihrer Jazzband, in der sie lange Zeit gespielt hat. Nun hat sie als Ornette ein Pop-Album rausgebracht. Ihr Künstlername ist übrigens ein Verweis auf den Saxophonisten Ornette Coleman, der als Pionier der Free Jazz Szene gefeiert wird. Auch Ornette verhilft nun offenbar ein Remix zum internationalen Durchbruch. Das französische Duo Nôze hat sich ihrem Song Crazy angenommen. Das gleichnamige Debütalbum ist in Frankreich schon in aller Munde – hierzulande kommt es im August raus. Den Remix gibt’s schon jetzt in den gängigen Download-Shops.

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Haim – Forever

Haim – das sind drei Schwestern aus Los Angeles. Im Kindesalter haben sie zusammen mit ihren Eltern Classic-Rock-Songs nachgespielt. Mittlerweile sind sie zwischen 19 und 22 Jahre alt und haben mal eben eine EP rausgebracht, auf die sich die komplette Blogosphäre einigen kann. Ähnlich wie derzeit die Band Friends bringen Haim mit ihren R&B-Grooves frischen Wind ins Mädchen-Pop-Genre. Und wer genau hinhört, erkennt auch noch die Überbleibsel aus der Classic-Rock-Jugend. Der Song Forever ist Teil der gleichnamigen EP, die gerade erschienen ist.

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Jonathan Boulet – This Song Is Called Ragged

Hektische Percussion, afrikanische Rhythmen und volle Breitseite vom Xylophon. Dazu ein erhebender Chor und ein treibender Refrain. Das sind die Zutaten für This Song Is Called Ragged von Jonathan Boulet. Dabei hat diese Musik weder etwas Zerfetztes noch Stümperhaftes, wie uns die Übersetzung nahelegen will. Nachdem der Australier vor ein paar Jahren sein Solodebüt veröffentlicht hat, ein paar Dutzend Konzerte gespielt und sich als Produzent ausgetobt hat, erscheint nun sein zweites Album mit dem sperrigen Titel We Keep The Beat, Found The Sound, See The Need, Start The Heart.

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