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Foto: detektor.fm
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Moddi in der detektor.fm-Session

„Wo ist die Flamme, die 1968 gebrannt hat?“

Pål Moddi Knudsen macht Folk-Pop mit explizit politischer Haltung. Auf seinem neuen Album „Like in 1968“ widmet er sich einem Schlüsseljahr, in dem sich Protestbewegungen und gesellschaftlicher Umbruch mit Musik verbinden. In der detektor.fm-Session sprechen wir mit ihm über die politische Kraft von Musik. Außerdem spielt er zwei Songs live im Studio.

Die Entdeckung der Politik

Folk-Pop muss nicht unbedingt politisch sein. Der von Moddi aber ist es. Beziehungsweise: er ist es geworden. Seit 10 Jahren ist der norwegische Singer-Songwriter aktiv. 2014 wird er in eine Debatte um den Nahost-Konflikt verwickelt. Er sagt einen Auftritt in Tel Aviv ab und bereist stattdessen Israel und Palästina. Dort kommt ihm die Idee für sein Album „Unsongs“. Darauf interpretiert Moddi verbotene und zensierte Songs anderer KünstlerInnen neu. So singt er zum Beispiel Klassiker wie „Strange Fruit“ von Billie Holiday oder „Army Dreamers“ von Kate Bush. Aber auch ein samisches Volkslied und das „Punk Gebet“ von Pussy Riot finden sich auf der Platte. Auch das Nachfolge-Album befasst sich mit der politischen Geschichte. Auf „Like in 1968“ widmet sich Moddi dem Jahr 1968. Und damit einem Schlüsseljahr, in dem sich Protestbewegungen und gesellschaftlicher Umbruch mit Musik verbinden. Die Suche nach der Bedeutung von Protest und Veränderung zum Guten in der heutigen Zeit hat sein Album stark beeinflusst.

Ich habe versucht, mit diesem Album nach der Hoffnung zu suchen. Oder Hoffnung zu finden. 1968 gab es ja so viel Hoffnung in der Musik.

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Erster Moddi-Song auf Deutsch

Zu seinem kürzlichen 10-jährigen Bühnenjubiläum hat Moddi zudem einen Song auf Deutsch veröffentlicht. Bei „Haus am Meer“ handelt es sich um die deutsche Fassung von „House by the Sea“ – einer seiner meistgestreamten Songs. Auf die Idee einer deutschen Nachdichtung ist Moddi gar nicht selbst gekommen. Er spricht zwar so gut Deutsch, dass er das Interview mit uns auf Deutsch führen wollte. Aber „Haus am Meer“ war eine Art Geschenk. Auf einer Leseveranstaltung zum Buch „Verbotene Lieder“, das aus dem „Unsongs“-Album hervorgegangen war, wurde ihm eine deutsche Version seines Songs präsentiert.

Ich war in Lübeck auf einem Literaturfestival. Da hatte der Veranstalter eine Überraschung für mich. Zwei Damen aus Lübeck, die einen Song gesungen haben, der ziemlich bekannt klang. Das war „Haus am Meer“, mein eigenes Lied. Nur auf Deutsch. Und es hat so schön geklungen, dass ich mich noch da entschieden habe: Das hier muss ich auch machen.

Kann die deutsche Sprache musikalisch sein? Sollten wir alle wieder wie die Generation der 1968er politisch aktiv werden? Würde Moddi auch heute wieder ein Konzert in Israel absagen? Und wie steht er zu der BDS-Bewegung, die anti-semitische Tendenzen hat und auch ihn als Unterstützer nennt? Diesen und anderen Fragen von detektor.fm-Moderator Christian Erll stellt sich Moddi in der detektor.fm-Session. Außerdem spielt er die Songs „Little by Little“ und „Haus am Meer“.

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