Musikvideo der Woche | Club Cheval mit „Young Rich And Radical“

Das ist Pop-Art

11.05.2016

Club Cheval veröffentlichen mit "Discipline" nicht nur ihr erstes Studioalbum, sondern schieben auch gleich ein klebrig-glossiges Musikvideo hinterher. Der Clip zu "Young Rich And Radical" findet in Maurice Gajda einen großen Fan. Dabei mag er es sonst lieber ein wenig düsterer.

Den Mitzwanzigern von heute wird ja ziemlich viel vorgeworfen. Häufig, dass sie ihre Zeit und ihr Geld damit vergeuden, sich selbst zu finden und viel zu viel zu feiern. Die französische Electro-Band Club Cheval greift dieses Thema nicht nur in ihrem jüngst veröffentlichten Song „Young Rich And Radical“ auf, sondern auch im dazugehörigen Musikvideo.

Weniger düster als sonst

Eigentlich lassen eher düstere Musikvideos das Herz unseres Fachmanns Maurice Gajda höherschlagen. Nicht so in dieser Woche. Ihm gefällt das Video zu „Young Rich And Radical“ nicht nur ausgesprochen gut, nein: Jede einzelne Szene, sieht man sie als Still Frame, könne sogar in einer Galerie in Berlin Mitte hängen.

Das ist tatsächlich Bild für Bild Pop-Art-Kunst. – Maurice Gajda, Moderator und Musikkenner

Club Cheval

Glatt geschminkt, klar und stylisch – das Set und die Protagonisten selbst sehen in diesem Clip einfach super perfekt und clean aus. Irgendwie künstlich? Durchaus. Trotzdem zieht es den Zuschauer in den Song und in die visuelle Welt von Club Cheval rein.

Es ist alles sehr sehr glossy und nur hübsche schöne Menschen, die in Berlin Mitte sich beim Gallery Weekend ihre Zeit vertreiben könnten, machen Dinge, die man erstmal von jungen Rich Kids erwarten würde … Denkt man. – Maurice Gajda

Ob auch Maurice Gajda young, rich und radical ist, das wollte detektor.fm-Moderatorin Doris Hellpoldt von unserem Musikexperten wissen. Die Antwort gibt’s im Interview.

"Diese zwei Bilder haben offenkundig nichts miteinander zu tun. Meistens sind sie sogar das komplette Gegenteil von einander; ergeben dann aber einen ganz neuen Sinn."Also klar, alles mitnehmen, was man irgendwie auf der Straße kriegt, ist auch nicht richtig. Aber gänzlich auf alles, was irgendwie Freude macht, zu verzichten, ist auch nicht richtig. Und genau das ist im Prinzip am Ende die Aussage.Maurice Gajdafindet, er selbst ist weder rich noch radical. 

Das Musikvideo der Woche: Club Cheval mit „Young Rich And Radical“