Musikvideo der Woche | Liars – Cred Woes

Hochglänzende Alltäglichkeit

20.09.2017

Als Fahrradkurier in einer Großstadt hat man es nicht leicht. Die tägliche Routine besteht aus Stress, sich zwischen Menschen und Autos durchzuzwängen – und all das für wenig Kohle. Die Band Liars widmet dem Stress ihr neustes Musikvideo.

Liars im neuen Gewandt

Fahrradkurier ist ein harter Job. Gerade in Großstädten, wo man sich irgendwie durch Menschenmassen und Verkehr wühlen muss. Im neuen Video der Liars steht genau diese Erfahrung im Mittelpunkt. Der Song heißt „Cred Woes“. In der ersten Single-Auskopplung spürt man den Überdruss, den Sänger und Bandgründer Angus Andrews am Großstadtleben New Yorks gefunden hat.

Ist das der amerikanische Traum?

Im Musikvideo der Woche begleiten wir einen jungen, ausgebrannten Fahrradkurier namens Cred. „Cred Woes“ heißt soviel wie Cred leidet. Diese Leiden kennt Andrews selbst nur zu gut. Aufstehen, mit dem Rad auf Arbeit, Essen ausfahren,  Zigarettenpause, und das gleiche Spiel beginnt von vorn. Jeden Tag. Dazwischen Freunde, Partys, Drogen bis zum Kollaps. Auch in Deutschland längst kein seltenes Phänomen der trostlosen Lebensführung dank Foodora & Co. Das Video gleicht einem Werbespot.

Diesen Wiederspruch in diesem Video find ich super Interessant. Auf der einen Seite dieses Thema, was super kritisch ist und auch so ein bisschen fies, aber auf der anderen Seite so hochglanz präsentiert wird. – Maurice Gajda

Für dieses Video arbeitete Angus Andrew, wie bereits für die Single „Pro Anti Anti“ des Vorgängeralbums „Mess“, mit dem Regisseur Yoonha Park zusammen.

Maurice Gajda spricht mit detektor.fm-Moderator Christian Eichler über das Video zum Liars Song „Cred Woes“ und warum man es sich unbedingt ansehen sollte.

Liars - Cred WoesDas Spannende an dem Video ist die Analogie zu dem, was in Deutschland gerade passiert. Immer mehr Fahrradkuriere, die für Foodora und Lieferando die Straßen besiedeln. Sodass man das, was in New York schon lange Alltag ist, auf den deutschen Markt übertragen kann.Maurice Gajdamag den Widerspruch von Bildästhetik und Story. 

Redaktion: Jérôme Fischer