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Der Rapper Watsky benutzt in seinem Musikvideo zu „Brave New World“ moderne Technik. Screenshot: Steel Wool Records | Watsky

Musikvideo der Woche | Watsky mit „Brave New World“

300 Kostüme und eine Message

Ein Rapper, ein Poetry-Slammer und ein Autor: Das ist Watsky. Der Hip-Hopper aus Los Angeles erzählt im Musikvideo zu seiner neuesten Single „Brave New World“ von den Missständen in unserer Welt – mit Greenscreen und über 300 Kostümen.

George Watsky begann seine Karriere als Poetry-Slammer. Mit 15 Jahren rappte der Künstler aus Los Angeles. 2006 gewann er den Brave New Voices National Poetry Slam und auch die Youth Speaks Grand Slam Finals. Dadurch wurde die Musikszene auf den Künstler aufmerksam.

Durch Poetry-Slams und YouTube weltbekannt

2009 veröffentlichte er als Watsky sein erstes Soloalbum und schaffte es damit direkt bis auf Platz 7 der iTunes-Hiphop-Charts. Nur zwei Jahre später landete Watsky einen weiteren großen Coup: Mit dem Video „Pale kid raps fast“ schuf Watsky einen viralen Hit und wurde damit weltbekannt.

Nach zwei weiteren Alben und einer Essay-Sammlung hat Watsky nun am 19. August sein viertes Album „x Infinity“ herausgebracht. Dieses Album kam bei den Fans sogar noch besser an als das Debüt: „x Infinity“ steht im Moment auf Platz 4 der Billboard-Album-Charts.

Und als wäre das noch nicht genug, hat Watsky jetzt noch eins obendrauf gesetzt: mit dem Musikvideo zur Single „Brave New World“.

Gesellschaftskritik in höchstem Tempo

Der Song „Brave New World“ ist an sich schon ein Meisterwerk. In seiner wie gewohnt rasanten Geschwindigkeit analysiert Watsky die gegenwärtige Situation in unserer Gesellschaft und der Welt. Nach den Versen bestätigt ein Chor im Refrain: „You couldn’t write this sh*t, no.“ Das Musikvideo ist aber noch einmal eine Nummer größer. Watsky war sogar bereit, sich eine Glatze rasieren zu lassen.

Das Video kann sich trotz Glatze sehen lassen: Watsky dirigiert in einer dunklen Halle einen Gospelchor, dann reißt er sich die schwarze Robe vom Leib und die Perücke vom Kopf. Nackt steht er vor der Kamera – und wird in schwindelerregendem Tempo virtuell an-, aus- und umgezogen.

Das geht mithilfe von Greenscreen, ein paar fleißigen Helfern und Computerexperten. Bei den über 300 Kostümen ist vom römischen Legionär bis hin zu Mr. Spock aus Star Trek alles dabei. Wie das magische Umziehen funktioniert, kann man in einem Video sehen, das Watsky veröffentlicht hat:

https://www.youtube.com/watch?v=SV0OIwYEhdM

Das gesamte Musikvideo wirkt surreal, ein Hauch von Sci-Fi zieht sich durch den ganzen Song. Am Ende des Musikvideos wird es noch einmal skurriler: Watsky steht im Adamskostüm da und wird zu einem Raumschiff hochgebeamt – ziemlich gute Idee, findet Maurice Gajda:

Das ist cool gemacht, weil es genau das Gegenteil von dem ist, was du vorher gesehen hast, wo er diese ganzen Rollen spielt, im Prinzip die ganze Menschheit. Am Ende wird diese Menschheit vom Planet weggesogen. Wahrscheinlich weil das genau das ist, was die Menschheit gerade mit sich selbst macht. – Maurice Gajda, Moderator und Journalist

Musikvideo-Experte Maurice Gajda hat mit detektor.fm-Moderator Thibaud Schremser über das Video gesprochen und dabei auch verraten, welches der Kostüme ihm am Besten gefallen hat.

Das lohnt sich wirklich, bei dem Video im Sekundentakt auf Pause zu drücken. Man verpasst sonst ganz viel, wo man den Rapper selbst auch ein bisschen kennen lernt.Maurice Gajda
Musikvideo der Woche | Watsky mit „Brave New World“ 05:06

Das Musikvideo der Woche | Watksy mit „Brave New World“

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