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Zwischen Garage Rock, Psychedelic Rock und Dream Pop: Sunflower Bean. Foto: Crista Simiriglia
Zwischen Garage Rock, Psychedelic Rock und Dream Pop: Sunflower Bean. Foto: Crista Simiriglia

Reingehört: Sunflower Bean – Human Ceremony

Eklektischer Stilmix aus New York

Bis vor kurzem galten Sunflower Bean noch als Geheimtipp innerhalb der Brooklyner Musikszene. Nach vielen Live-Shows und Blogeinträgen gibt es nun das Debütalbum „Human Ceremony“. Ob die Mischung aus Dream-Pop und Rock’n’Roll die Feuertaufe bestehen kann?

Lou Reed, Bob Dylan, Blondie – sie alle haben das Rock’n’Roll-Image von New York City geprägt haben. Und das lebt trotz steigenden Mieten und begrenztem Wohnraum wieder auf. Diesmal allerdings nicht in Manhattan, sondern im Brooklyner Stadtteil Williamsburg. Dort ist die junge Band Sunflower Bean schon als Stammgast auf den Bühnen der zahlreichen Clubs bekannt.

Dabei stammen zwei der Bandmitglieder nicht mal direkt aus New York City, sondern aus Long Island. Dort haben die beiden Freunde Jacob Faber und Nick Kivlen im Jahr 2012 Sunflower Bean gegründet. Wenig später ist Julia Cumming, heute Co-Sängerin und Bassistin, dazugestoßen.

Live-Marathon und Nebenjob

Die New Yorker Veranstaltungs-Website Oh My Rockness hat Sunflower Bean schon als am härtesten arbeitende Band der Stadt bezeichnet. Neben ihren zahlreichen Konzerten in New York und Supportauftritten für DIIV oder Wolf Alice gehen die Bandmitglieder noch Nebenjobs nach. Während Kivlen Jacobs in einem Kino auf Long Island arbeitet, modelt Sängerin Julia Cumming unter für Yves Saint Laurent. Dessen Chefdesigner Hedi Slimane hat bereits andere New Yorker Lo-Fi-Musiker wie Zachary Cole Smith oder Sky Ferreira als Models angeheuert.

Namedropping gehört zu den größten Hobbys von Sunflower Bean.  In Interviews mit der Band sammeln sich Referenzen auf Neu!, Tame Impala und The Velvet Underground. Auch die englische Heavy-Metal-Band Black Sabbath zählt zu den Vorbildern von Sunflower Bean.

Anfang 2015 haben Sunflower Bean ihre erste EP veröffentlicht, nun erscheint das Debütalbum. Und das klingt, wie man sich eine wilde Nacht in Williamsburg vorzustellen hat: Elektrisierende Bassklänge, pulsierende Drum-Beats und mysteriöser Gesang.

Songs aus dem Großstadtdschungel

„Human Ceremony“ wurde im Keller des Elternhauses von Drummer Jacob Faber geschrieben. Die Songs wurden dann gemeinsam mit Matt Molnar von der Band Friends in Brooklyn aufgenommen. Und das in nur einer Woche.

Die Songs handeln vom Erwachsenwerden und Einsamsein im Großstadtdschungel. Musikalisch ist das Album ein Mix aus Dream Pop, Psychedelic Rock und Rock’n’Roll. Die Heavy-Metal-Einflüsse kann man zumindest noch in der Single „2013“ erahnen.

Ambitioniertes Debüt

Mit „Human Ceremony“ schaffen es Sunflower Bean, trotz des Hypes um Dream Pop erfrischend neu zu klingen. Das liegt an ihrem eklektischen Stilmix. Der lässt Sunflower Bean um Längen ambitionierter als DIIV oder Mac DeMarco klingen. Mit so viel jugendlicher Energie werden Sunflower Bean bald auch die Konzertbesucher außerhalb der New Yorker Stadtgrenzen begeistern.

Redaktion: Louisa Zimmer

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