Tu Fawning – Inspirationen aus der Spielzeugkiste

09.03.2011

Der Begriff Weltmusik hat einen leicht angestaubten Beigeschmack. Er erinnert an Trommeln aus dem Dschungel und indische Bollywood Musik. Dass sich Ethno-Klänge aber durchaus gut mit aktueller Musik verbinden lassen, beweist das Quartett Tu Fawning.

Für mich klingt unsere Musik wie eine alte Star Trek Episode, die irgendwo in der Zukunft beginnt und in den 1920er Jahren endet.

Mit dieser sehr bildlichen Assoziation beschreibt der Percussionist Toussaint Perrault die Musik seiner Band. Auf ihrem im Januar erschienenen Debutalbum Hearts on hold tritt das Quartett aus Portland eine Zeit- und Weltreise an: Quer durch die zurückliegenden Jahrzehnte und über alle Kontinente. Als Inspirationsquelle diente Haege, der vor zwei Jahren zusammen mit Corinna Repp die Band gegründet hat, seine alte Spielzeugkiste. In der fand er Shaker aus Hawaii, Trommeln aus Kuba und Glocken aus Indien. Ein Traum für jeden Percussionisten. Auf Hearts on Hold raschelt und rumpelt es daher gewaltig. Soundsschnipsel fliegen durch die Luft, ein Sample überlagert das andere und Klavier, Gitarre und Bläser spielen sich gegenseitig die Melodien zu. Schwer vorstellbar, wie eine Vier-Man-Kapelle das live rüberbringt.

Es ist ein bisschen schwierig alles zu vereinen. Deswegen laufen wir ständig über die Bühne und wechseln unsere Instrumente. Wir erzeugen zu viert so viele Sounds, wie vier Leute maximal produzieren können.

Über all dem schwebt hypnotisch die Stimme von Corinna Repp.

Die Band ist eine große Herausforderung für mich. Vor allem dann, wenn ich nur mit dem Mikrofon und ganz ohne Instrument performe. Am Anfang war das wie eine Befreiung, aber es ist eben auch neues Terrain, an das ich mich erstmal gewöhnen muss.

Die Musikpresse tut sich schwer, Tu Fawning eine Kategorie überzustülpen. Mit dem überstrapazierten Begriff „Indie“ wird man der Band sicherlich nicht gerecht.

Jedes Mal wenn ich einen einfachen Popsong schreiben will, wird mir langweilig. Das interessiert mich einfach nicht. In unserer Musik muss immer etwas Ungewöhnliches sein. Aber das ist doch ganz normal: Wenn du Kunst machst, versuchst du immer etwas anderes zu machen, als alle anderen.