Vimes – Future Pop aus Köln

10.01.2013

Für Newcomer ist das Eurosonic in Groningen eins der wichtigsten Festivals in Europa. Wer dort spielt, hat das Potenzial in diesem Jahr groß rauszukommen. Heute Abend tritt ein Duo aus Köln auf. In Köln hat elektronische Musik ja bereits Tradition. VIMES knüpfen mit ihrem clubtauglichen Electropop an diese Tradition an.

Angefangen hat alles während eines Praktikums beim renommierten Kölner Musikmagazin Intro. Dort haben sich Julian Stetter und Azhar Syed 2008 kennengelernt. Schnell haben sie festgestellt, dass sie eine Vorliebe für elektronische Musik verbindet. 2010 haben sich die beiden Musiker dann zusammengetan und Vimes gegründet. Sie selbst bezeichnen ihren Stil als Future Pop oder anders gesagt: Electropop, der ganz klar Richtung Tanzfläche zielt.

Ein Schlagzeug sorgt bei den Live-Shows für zusätzliche Energie. Um Konzertbesuchern auch etwas fürs Auge zu bieten, untermalen VIMES die Musik mit ausdrucksstarken Videos und Bildern. Diese visuellen Elemente sollen eine Brücke zur Stimmung der Songs schlagen, sagt Julian Stetter.

Das macht es so ein bisschen besonderer. Die Domäne ist noch recht unerschlossen. Wir haben das Glück, dass wir in unserem engeren Freundeskreis jemanden kennen, der das sehr passioniert macht und für unsere Live-Shows die Visuals beisteuert.

Das Talent von VIMES blieb nicht lange unentdeckt. Die britische Presse zählt das Duo bereits zu den einflussreichsten deutschen Künstlern moderner Popmusik. VIMES bahnen sich ihren Weg durch die Musikblogs und auch die Produzentengröße Chilly Gonzales hat sich bereits als Fan geoutet. Die Kölner wissen mit dem Ruhm gut umzugehen und wollen sich auf diesen Vorschusslorbeeren nicht ausruhen.

Man fühlt sich ein bisschen bestätigt, dass man auf dem richtigen Weg ist. Aber das macht die Musik nicht anders. Die Musik wird dadurch nicht besser oder schlechter. Es öffnet einem aber neue Türen und man bekommt eine größere Reichweite.

Eine dieser Türen war beinahe schon ein Ritterschlag für das junge Duo: die Großmeister von Hot Chip haben VIMES ins Vorprogramm ihrer Mexiko-Tour genommen.

Die Auftritte in Mexiko waren ein Riesenerfolg. Die Tour hat dem Selbstvertrauen der Band einen gehörigen Schub verliehen.

Der größte Unterschied zu Deutschland für mich war, wie begeisterungsfähig die Menschen dort sind. Wir sind so gut angenommen worden. Der freundliche Umgang mit uns war schon beinahe gruselig. Das wünsche ich mir für Deutschland auch.

VIMES überzeugen nicht nur mit eigenen Songs. Eine kleine Vorliebe für die Musik der 80er streitet das Duo nicht ab. So kam es, dass sich VIMES am Klassiker Take My Breath Away von der Gruppe Berlin versucht hat.

Ich bin nach langer Zeit wieder auf das Lied gestoßen und fand das total super. Ich hab das dann Azhar gezeigt „Boah lange nicht mehr gehört. Das ist geil“…Am Anfang war das nicht ganz ernst gemeint mit dem Cover, aber wir haben es dann an einem Abend durchgezogen.
Wir sind 18 Uhr in unser Studio gegangen und waren damit am nächsten Morgen um 9 Uhr fertig. Dann stand der Song.

Gerade arbeiten VIMES weiter an neuen Stücken. Ihre Interpretation von Electropop funktioniert live bereits prächtig und lässt auf weitere Veröffentlichungen hoffen. Potential und Leidenschaft sind bei dem Kölner Duo zur Genüge vorhanden. Dem Schritt ins internationale Musikgeschäft steht also nichts im Wege.