Vorgestellt: Ioka

27.03.2013

Die Musikzimmer-Gäste haben entschieden: Ioka ist der Gewinner der Demoecke im Februar und damit unser Künstler des Monats.

Hinter Ioka steckt der 22-jährige Dresdner Jakob Gille.

Jakob Gille alias Ioka ist ein Tüfftler. Seit sieben Jahren produziert der 22-jährige Dresdner elektronische Musik. Seine Arbeitsmittel: Computer, Internet und ein elektronisches Schlagzeug. Das hat er sich, ganz Tüfftler eben, selbst gebaut:

Ich spiele auf einem elektronischen Drumset. Das besteht aus Gummipads, auf denen man spielen kann. Ich hatte die Idee, zwölf dieser Pads wie eine Klaviertatstatur anzuordnen. Die Pads kann man mit jedem Sound belegen, über den Computer. Mich hat immer gestört, dass man auf der Bühne auf den Bildschirm guckt und kleine Knöpfe drückt, aber das ist für mich keine Live-Performance. Ich will auf der Bühne richtig spielen. Und das baue ich mir gerade auf.

Genauso verspielt wie sein Instrumentarium ist auch seine Musik. Gille produziert allein zuhause. Ein bisschen folgt er dabei dem Prinzip „Drei Haselnüsse für Aschenbrötel“: Was ihm in den Schoß fällt, baut er in seine Songs ein. Dafür durchforstet er Filme, andere Musik und das Internet.

Ich mache ein Stück, das ohne Samples ist und eins, wo ich viel sample. Bei dem Stück, das wir in der Demoecke hatten, habe ich mit einer Sängerin zusammengearbeitet und dann kam ich auf die Idee, das mit Samples aus Kill Bill und Karl May zu kombinieren.

Es gibt bestimmt Seiten im Internet, wo man nach Wörtern suchen kann, die man gern hätte: irgendwelche Ausrufe, die man aus einem Film gern verwenden würde. Da gibt man das Wort ein und findet den Film und die Sprechstimme. Das nehme ich mir raus und verwende das. Das ist ganz schön, da muss man nicht direkt im Film suchen.

Angefangen hat Jakob Gille als kleines Kind mit klassischem Klavier- und Kompositionsunterricht. Deswegen gehört Johann Sebastian Bach heute genauso zu seinen musikalischen Vorbildern wie The Prodigy und Fritz und Paul Kalkbrenner. Das hört man seiner Musik allerdings nur sehr selten an. Im Gegensatz zu den Techno-DJs, produziert Ioka im Downtempo-Bereich – also eher Dubstep statt House.

Meine Musik ist nicht unbedingt Tanzmusik. Ich schreibe nicht für den Club. Es ist eher Musik, die man sich zuhause ganz bewusst anhört, ohne dass sie nebenbei dudelt und man dann auch die Details und Kleinigkeiten mitkriegt, die ich versuche dort einzubringen. So wie ich selber auch Musik höre.

Eine EP hat Ioka bereits veröffentlich. Die nächste steht in den Startlöchern und soll demnächst fertig sein.