Welche Rolle spielen Labels in der Zukunft der Musikindustrie?

14.01.2010

Die Talsohle sei erreicht, so beschrieben die Plattenfirmen im letzten Jahr ihre Situation. Doch geht es wirklich nicht mehr schlimmer? Ist ein Ende der Krise in Sicht?

Wer wird in Zukunft CDs produzieren? Und wer wird sie kaufen? Foto: Sascha Schuermann/ ddp

Fest steht: Die Musikindustrie muss sich den rasanten Entwicklungen des Internets anpassen, wenn sie weiter Künstler aufbauen und mit diesen Geld verdienen möchte. Sie muss sich den Vorwürfen stellen, sie sei zu unflexibel und würde neue Trends blockieren anstatt sie zu nutzen. Dabei vergisst man evtl. dass es die Musikindustrie so gar nicht mehr gibt. Die klassischen Funktionen der Plattenfirmen werden immer unwichtiger, seit Musiker ihre Musik günstig im Homestudio produzieren und kostenfrei über Netlabels oder die eigene Homepage vertreiben können. Auch die Selbstverständlichkeit der Konsumenten alle Musik der Welt bequem aber illegal über das Internet runterzuladen macht der Branche zusätzlich zu schaffen.

Seitdem nun auch das renommierte Label L’Age D’Or – ehemals Heimat von Tocotronic und Die Sterne – Pleite ist, fürchten viele kleine Indie-Labels um ihre Zukunft.

Geschätsführer von Tapete RecordsGunther BuskiesGeschätsführer von Tapete Records 

Wie genau verändern sich Produktion und Vertrieb von Musik in der heutigen Zeit? Welche Aufgaben kann oder muss der Staat übernehmen? Welche Rolle spielen Plattenfirmen in der Zukunft? Wir fragen nach beim Indie-Label Tapete Records. Hier finden wichtige deutsche Bands wie Fehlfarben, Superpunk oder Tele ein Zuhause. Der Tapete-Chef Gunther Buskies erklärt, warum eine staatliche Musikförderung wichtig ist, eine Kulturflatrate die Probleme nicht lösen kann und wo die Labels in der Zukunft ihren Platz haben: