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10 Jahre gleichgeschlechtliche Ehe: Wo bleibt die Gleichstellung?

Seit zehn Jahren dürfen gleichgeschlechtliche Paare in Deutschland die Ehe eingehen. Ein großer Schritt in Sachen Gleichberechtigung, doch der Weg ist noch weit.

Alexander Vogt - ist Vorsitzender des Bundesverbandes der Lesben und Schwulen in der Union.

ist Vorsitzender des Bundesverbandes der Lesben und Schwulen in der Union.
Alexander Vogt

Seit 2001 dürfen Homosexuelle im Standesamt heiraten, besser gesagt eine „eingetragene Lebenspartnerschaft“ eingehen. Doch wie der Titel dieser sogenannten „Homo-Ehe“ schon andeutet, sind die gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften noch weit davon entfernt, gleichberechtigt zu sein.

Auf den Vorstoß von Bundesjustziministerin Leutheusser-Schnarrenberger zu einer vollständigen Gleichstellung, reagierte die Union empört. Man könne nicht „gleichstellen, was nicht gleich ist“. Nach wie vor werden homosexuelle Partner in bestimmten Bereichen in Deutschland wie Ledige behandelt. Benachteiligungen bei der Einkommenssteuer, im Adoptions – und Erbrecht sind leider der Normalfall.

Auf welche Argumente die Union sich bei ihren Aussagen stützt, warum in katholisch geprägten Ländern wie Portugal oder Spanien die Gleichberechtigung homosexueller Ehen deutlich weiter vorangeschritten ist und welche Unterschiede momentan noch die größten zwischen heterosexuellen und homosexuellen Ehen sind  – das haben wir Alexander Vogt gefragt. Er ist Vorsitzender des Bundesverbands der Lesben und Schwulen in der Union.