Überraschung in der Schweiz: Volksabstimmung über Grundeinkommen kommt

28.05.2013

Es war lange „nur“ eine Idee, nun wird es langsam ernster damit: in der Schweiz kommt es zur Volksabstimmung über das bedingungslose Grundeinkommen. Auch wenn das noch dauert: andere Initiativen wie „1:12“ oder der von Gewerkschaftlern geforderte Mindestlohn sind dort schon heute akut.

Braucht ausgerechnet die Schweiz ein Grundeinkommen? Foto: © Viktor Mildenberger/ pixelio.de

Wirtschaftsredakteur der Neuen Zürcher Zeitung.Matthias MüllerWirtschaftsredakteur der Neuen Zürcher Zeitung. 

In der Schweiz gibt es bald eine Volksabstimmung über ein bedingungsloses Grundeinkommen. Vorgesehen sind dafür monatlich 2500 Franken (2080 Euro) pro Erwachsener.

Unterschriften bereits zusammen

Die „Initiative Grundeinkommen“ hat bereits die nötigen 100.000 Unterschriften für die Volksabstimmung zusammen.

Sollte der Volksentscheid positiv ausgehen, müsste das Anliegen von den politischen Entscheidungsträgern umgesetzt werden. Bis dahin heißt es warten: in vermutlich zwei Jahren kommt das Vorhaben zur Abstimmung.

Höchst- und Mindestlöhne

Aktueller ist im Moment die Debatte zu Höchst- und Mindestlöhnen. Schon im Laufe des nächsten Jahres finden auch hierzu eine Volksabstimmungen statt. Die Intitiative „1:12“ will zum Beispiel, dass ein Manager höchstens das Zwölffache des am schlecht bezahltesten Mitarbeiters im selben Unternehmen.

Ob und warum ausgerechnet die Schweiz solche Lohnregelungen braucht, wie das Grundeinkommen im Land gesehen wird und wie sich das auf die Schweizer Wirtschaft auswirkt, haben wir Matthias Müller gefragt. Er ist Wirtschaftsredakteur bei der Neuen Zürcher Zeitung.

Um es etwas abschätzig sagen zu dürfen, sind das Sozialromantiker, die vielleicht vergessen, dass die Lohnfindung in einer inzwischen globalisierten Welt nicht mehr nur am Standort Schweiz stattfindet, sondern im internationalen Kontext gesehen werden muss. – Matthias Müller, Wirtschaftsredakteur