9/11: Zwischen Hysterie, Verschwörung und Voyeurismus – drei Sendungen, die es besser machen

09.09.2011

Die Ereignisse des 11. September 2001 haben auch nach zehn Jahren nichts von ihrer Eindrücklichkeit verloren. Eine adäquate Berichterstattung ist auch heute noch schwierig - wir haben drei Beiträge gefunden, die auf ganz unterschiedliche Weise die Anschläge kommentieren.

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Die ganze Welt schaut derzeit auf New York City - am Sonntag jähren sich die Anschläge auf das World Trade Center zum zehnten Mal. Foto: © Eric M. Durie/US Navy /dapd.

Kaum ein Fernsehsender, eine Radiostation oder eine Zeitung, die keinen Spezialbeitrag zum zehnjährigen Jahrestag der Anschläge auf das World Trade Center am 11. September 2001 veröffentlicht. Obwohl viele Berichterstattungen über die Ereignisse vor zehn Jahren boulevardesk und von Verschwörungstheorien gespickt sind, gibt es natürlich auch Reportagen und Beiträge, die Perspektiven aufweisen, die man so vielleicht noch nie gesehen hat. Drei dieser gelungenen Beiträge zum zehnten Jahrestag des 11. Septembers möchten wir Ihnen empfehlen:


Im britischen „HardTalk“ des BBC spricht der Moderator Stephen Sackur mit dem damaligen New Yorker Bürgermeister Rudy Giuliani über den schwärzesten Tag seiner Amtszeit. Den Schauplatz der Anschläge, Ground Zero, direkt vor Augen spricht der Republikaner über seine Erlebnisse vom 11. September 2001, wie dieser Tag ihn selbst aber auch das gesamte Land verändert hat. Außerdem erklärt er, warum es zugleich einer der schrecklichsten, aber auch einer der großartigsten Tage für die USA war.


Doch die Anschläge vom 11. September 2001 veränderten nicht nur das Leben der US-Amerikaner. Der Krieg im Afghanistan ist eine direkte Reaktion auf die Anschläge und ist bis heute nicht beendet. Als vor zehn Jahren die Flugzeuge in das World Trade Center flogen und damit auch das Leben der Afghanen maßgeblich veränderten, war laut Schätzungen mindestens die Hälfte der afghanischen Bevölkerung jünger als zehn Jahre. Doch auch jetzt, zehn Jahre nach den Anschlägen, haben die heute durchschnittlich 18-Jährigen keine genaue Vorstellung davon, was eigentlich an diesem besagten Tag genau passiert ist. In der NPR-Reportage „For Young Afghans, History’s Lessons Lost?“ sieht sich der Journalist Quil Lawrence in Afghanistan vor Ort um und spricht mit afghanischen Jugendlichen über ihre Erinnerungen an den 11. September 2001, mit einem afghanischen Geschichtslehrer über die Schwierigkeit, die jüngste Geschichte den Schülern zu vermitteln und bespricht die Fortschritte der Frauenrechte in Afghanistan.


Was wäre eigentlich passiert, wenn es die Anschläge des 11. Septembers 2011 nicht gegeben hätte? Mit dieser Frage beschäftigt sich das Kulturzeit extra: „11. September 2001 – ein ganz normaler Dienstag“. In diesem Spezial zu den Ereignissen von 9/11 wird mit neun Kulturschaffenden, u.a. Roger Willemsen und dem damaligen Innenminister Otto Schily, Interviews über die Auswirkungen der Anschläge auf unsere heutige Welt geführt, ein Blick in die Zeitungen des 11. Septembers 2001 geworfen und mit dem Schriftstellerpaar Alexander Osang und Anja Reich über ihre Erlebnisse des Tages in New York gesprochen, über die sie auch ein Buch geschrieben haben.