Ägypten: Mubarak will abtreten – aber nicht sofort

02.02.2011

Die Proteste in Ägypten und die aktuelle Situation im Nahen Osten sind das politische Thema dieser Woche. Auch wir von detektor.fm schauen seit Tagen auf die Lage in Ägypten. Gestern demonstrierten hunderttausende beim „Marsch der Millionen“ in Kairo.

Der ägyptische Präsident Mubarak - hier bei einem Deutschlandbesuch vor drei Jahren - äußerte gestern in einer Fernsehansprache, dass er im September abtreten wolle. © Michael Kappeler/ dapd.

Viele westliche Regierungschefs stützen weiterhin den ägyptischen Präsidenten Husni Mubarak. US-Präsident Barack Obama hatte seinen ägyptischen Amtskollegen zu Reformen und zur Machtübergabe aufgerufen.

Ägyptens Präsident Mubarak sieht sich momentan den größten Protesten seiner mehr als 30-jährigen Amtszeit ausgesetzt. Gestern hat er nun in einer Fernsehansprache mitgeteilt, dass er im September nicht mehr als Präsident antreten wolle.

Die Massenproteste dauern jedoch weiter an, ein Abtritt im September scheint der Bevölkerung zu spät zu kommen. Muss Mubarak eher abtreten? Wie könnte es nach der Ära Mubarak weitergehen?

Walid Abd El Gawad ist Doktorand an der Uni Leipzig, studierte Arabistik und Orientalische Philologie und ist Preisträger des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD).

Seine Sicht auf die Lage in Ägypten hören Sie hier.