AfD-Spaltung #2

Meuterei auf der Bounty?

05.10.2017

Noch keine einzige Minute Oppositionsarbeit geleistet und schon kämpft die AfD mit inneren Zerwürfnissen. Wie dramatisch ist der Streit?

Da waren’s nur noch drei

Als am 25. September Frauke Petry ihren Austritt aus der Bundestagsfraktion verkündet, ahnt kaum jemand etwas von der kommenden AfD-Spaltung. Doch eines zeichnet sich zu diesem Zeitpunkt bereits ab: Inmitten des „gärigen Haufens“ brodelt es. Nun liegt es in den Händen von Gauland, Meuthen und Weidel, die Partei zusammenzuhalten.

Der zweite Streich aus dem Hause Petry-Pretzel folgte dann wenige Tage nach der Pressekonferenz. Petry und Pretzel haben die Partei verlassen, um eine eigene zu gründen, denn: Der einstigen Königsmörderin soll der innerparteiliche Rechtsruck schon länger ein Dorn im Auge gewesen sein.

Auch Frauke Petry und Pretzel sind ja nun keine Lämmer, die haben sich der rechtspopulistischen Rhetorik bedient. Sie sind eben auch anti-islamisch und hetzen gegen Flüchtlinge. – Marcus Bensmann, Journalist bei correctiv.org

Droht jetzt die AfD-Spaltung?

Mit Frauke Petry und Pretzel verabschieden sich zwei selbsternannte „moderate“ Kräfte von der ehemaligen Anti-Euro-Partei. Denn inzwischen ist die AfD ins völkisch-nationale Milieu abgedriftet. Schon seit längerem hat Petry versucht, die Partei wieder in liberaleres Fahrwasser zu lenken. Doch wie groß ist ihr Rückhalt in der Partei?

Mit der „Alternativen Mitte“ formiert sich in der Partei Widerstand gegen Höcke & Co, die versuchen, das Ruder der Partei zu übernehmen. Es ist der Versuch zusammenzuhalten, was nicht mehr recht passen will.

Über eine mögliche Spaltung der AfD und die Zukunft der Partei hat Sara Steinert mit Marcus Bensmann vom Recherchezentrum correctiv.org gesprochen.

AFD-Spaltung, was nun?Man soll sich nicht täuschen lassen. Auch die "Alternative Mitte" sieht den Islam als Feind und die Nation bedroht durch Multikulturalismus und Internationalismus.Marcus Bensmannist Journalist für das Recherchezentrum correctiv.org und schaut bei der AfD genau hin. 

Redaktion: Jérôme Fischer