Afghanische Frauen kämpfen für Mitbestimmungsrecht bei Friedensverhandlungen

06.12.2011

Anlässlich der internationalen Afghanistan-Konferenz in Bonn haben Frauenrechtsaktivistinnen des "Afghan Women's Network" dafür geworben, dass Frauen ein Mitbestimmungsrecht bei den Friedensverhandlungen bekommen. Denn sie fürchten, dass sich ihr Land bei den Frauenrechten zurückentwickelt.

Afghanische Frauen (hier mit Burka) zeigen Stärke: Allein in Kabul gibt es durch den Krieg rund 33.000 Witwen, die ihre Familien alleine ernähren müssen. Foto: © Michael Kappeler/dapd

vom CARE e.V.Sabine Wilkevom CARE e.V. 

Bei der internationalen Afghanistan-Konferenz in Bonn ist vor allem über Abzugsdaten und Truppenstärken verhandelt worden. Zehn afghanische Frauenrechtsaktivistinnen dagegen haben am Rande der Konferenz darüber informiert, was aus ihrer Sicht der Abzug der Nato-Soldaten für den weiblichen Teil der afghanischen Gesellschaft bedeutet: Die Organisation „Afghan Women’s Network“ sieht die Fortschritte gefährdet, die afghanische Frauen in den vergangenen zehn Jahren erreicht haben – zum Beispiel das Recht, zur Schule zu gehen oder vor Gericht zu ziehen. Die Frauenrechtlerinnen befürchten, dass sie durch Kompromisse bei den Friedensverhandlungen um Jahre zurückgeworfen werden könnten.

Deshalb haben sie in Bonn Empfehlungen dafür abgegeben, welche Rolle Frauen für ein stabiles und demokratisches Afghanistan spielen sollten.
Was das für Vorschläge sind und welche Chance sie haben, verwirklicht zu werden, haben wir Sabine Wilke von der Hilfsorganisation CARE e.V. gefragt.