Afghanistan: “Die internationale Gemeinschaft verabschiedet sich von den Zielen der Demokratie”

17.09.2010

In Afghanistan wird gewählt. Doch nach Ansicht vieler Beobachter erwarten sich die Menschen am Hindukusch davon nicht viel - und mit einem fairen Verlauf rechnet niemand.

Die “Chicken Street” in Kabul. Dort kann man überwiegend westliche Waren kaufen. Foto: Sascha Schürmann/ ddp.

Der Afghanistan-Experte forscht am Zentrum für Entwicklungsforschung in Bonn.Conrad Schetter.Der Afghanistan-Experte forscht am Zentrum für Entwicklungsforschung in Bonn. 

Offenbar haben die Taliban in Afghanistan wieder an Macht gewonnen, so wurden selbst in der Hauptstadt Kabul auf Demonstrationen die weißen Flaggen der Taliban gesehen, das hat es wohl seit dem Sturz des Regime vor neun Jahren nicht mehr gegeben.

Von insgesamt fast 7000 Wahllokalen bleibt jedes siebente geschlossen. In der von der Bundeswehr verwalteten Provinz Kundus sogar jedes fünfte. Beobachter kritisieren, dass gefälschte Stimmen für 25 Dollar verkauft werden und mindestens drei Bewerber und etwa ein Dutzend Wahlhelfer ermordet worden sind.

Conrad Schetter ist einer der angesehensten deutschen Afghanistan-Experten, forscht am Bonner Zentrum für Entwicklungsforschung und wir haben mit ihm über die Parlamentswahlen am Samstag gesprochen.