Algerien gewährt Gaddafi-Familie Asyl: “Eine letzte Geste des Dankes”

30.08.2011

Algerien erkennt den nationalen Übergangsrat in Libyen nicht an und schützt Teile des Gaddafi-Clans. Weshalb handelt das Land so und wie sind seine Beziehungen zum libyschen Ex-Diktator? Eine Analyse.

Am internationalen Militäreinsatz in Libyen 2011 sind bis heute 13 europäische und nordamerikanische Länder und die Vereinigten Arabischen Emirate und Katar beteiligt. Algerien stand als eines der letzten Länder noch hinter Gaddafi. / Foto: © Cowik/wikipedia

lehrt am Centrum für Nah- und Mittelost-Studien an der Philipps-Universität Marburg.Udo Steinbachlehrt am Centrum für Nah- und Mittelost-Studien an der Philipps-Universität Marburg. 

Die Suche nach dem untergetauchten libyschen Ex-Diktator Gaddafi setzt sich fort. Noch scheint er unauffindbar und eine Spekulation über seinen Aufenthaltsort jagt die nächste. Mehr weiß man jetzt über den Rest des Gaddafi-Clans. Die Frau Gaddafis, zwei Söhne und die Tochter haben sich am Montag nach Algerien abgesetzt.

Die libyschen Rebellen sind empört und kritisieren die algerische Regierung heftig für die Gewährung des Asyls. Der Rebellensprecher Schammam hat verlauten lassen, dass jeder, der der Despoten-Familie Schutz bietet, ein Feind des libyschen Volks sei. Was also treibt Algerien dazu an, sich genau jetzt – kurz nach dem Sturz des Diktators – gegen die Rebellen zu stellen? Und macht es sich mit seiner Bereitschaft, Gaddafi weiterhin zu unterstützen, der Kriegsverbrechen mitschuldig?

Antworten darauf hat uns Udo Steinbach. Er ist jahrelang Direktor des Deutschen Orient-Instituts gewesen und lehrt heute am Centrum für Nah- und Mittelost-Studien in Marburg.