Angst vor kritischen Berichten? – China verweist Korrespondentin des Landes

08.05.2012

Chinesische Behörden haben eine ausländische Journalistin des Landes verwiesen – die erste seit 14 Jahren. Sind die Behörden wieder kritischer und wenn ja, warum?

Für die chinesischen Behörden gibt es mittlerweile mehrere Reiznamen: Ai Weiwei (Künstler), Chen Guangcheng (Bürgerrechtler) und nun Melissa Chan. Foto: © Axel Schmidt/dapd.

Die chinesischen Behörden haben das Visum der Korrespondentin Melissa Chan nicht verlängert. Das teilte der Club der Auslandskorrespondenten (FCCC) in Peking mit. Chan arbeitet für den arabischen Nachrichtensenders Al Jazeera.

Grund für ihre Ausweisung ist offenbar, dass Chan an einer Dokumentation des Senders über ein Arbeitslager in China beteiligt gewesen sein soll.

Chan ist die erste Korrespondentin seit 14 Jahren, die des Landes verwiesen wird. Zuletzt hatte 1998 der Spiegel-Korrespondent Jürgen Kremb das Land verlassen müssen, angeblich weil er „Staatsgeheimnisse“ besessen haben soll.

Erhöhen die chinesischen Behörden momentan den Druck auf Journalisten? Es scheint so und auch die Berichterstattung über den Blinden Bürgerrechtler Chen Guangcheng deutet darauf hin.

Warum gehen die Behörden wieder stärker gegen kritische Journalisten vor?

Darüber haben wir mit der freien China-Korrespondentin Silke Ballweg gesprochen. Sie erzählt uns von ihren Erfahrungen mit den chinesischen Behörden und schätzt die derzeitige Situation ein.

Zunehmende Angst vor kritischer Berichterstattung? – China verweist Korrespondentin des Landes