Arabischer Frühling – Teil 2? Ägypter fordern Rücktritt von Präsident Mursi

01.07.2013

Vor etwas mehr als zwei Jahren hat das ägyptische Volk den langjährigen Diktator Mubarak aus dem Amt gejagt. Nun nehmen die Ägypter seinen Nachfolger Mursi ins Visier.

Graffiti-Karikatur über Mohammed Mursi am Präsidentenpalast in Kairo – der 62-Jährige ist in Ägypten nicht sonderlich beliebt. Foto: © AFP/Gianluigi Guercia

Seit genau einem Jahr und einem Tag ist Mohammed Mursi Präsident von Ägypten. Er ist der erste frei gewählte Präsident des nordafrikanischen Staates und hat die Erwartungen seines Volkes bislang bitter enttäuscht.

Viel zu sehr erinnert seine Politik viele an die seines Vorgänger, Husni Mubarak. Den hatte das ägyptische Volk im „Arabischen Frühling“ aus dem Amt gejagt. Genau das soll nun – geht es nach dem Willen der Opposition – auch mit Mursi geschehen.

Heftige Proteste in Kairo

ist bei den Protesten auf dem Tahir-Platz in Kairo dabeigewesen.Ronald Meinardusist bei den Protesten auf dem Tahir-Platz in Kairo dabeigewesen. 

In ganz Ägypten demonstrieren tausende Menschen gegen Mursi und seine Regierung. Die Demonstrationen am Jahrestag der ersten demokratischen Präsidentenwahl sind sogar eskaliert: In Kairo gehen die Behörden inzwischen von mindestens 16 Toten aus. Außerdem haben die Gegner Mursis den Präsidentenpalast besetzt.

Über Hintergründe der Massenproteste in Ägypten – Schätzungen gehen von bis zu 30 Millionen Demonstranten aus – und die Rolle der Muslimbruderschaft haben wir mit Dr. Ronald Meinardus von der Friedrich-Naumann-Stiftung gesprochen. Er ist Leiter des Regionalbüros in Kairo.

Die große Mehrheit der Ägypter wird sich in dem Punkt einig sein, dass die wirtschaftliche, soziale Lage unter Mubarak besser war. – Dr. Ronald Meinardus, Friedrich-Naumann-Stiftung Kairo