UN-Bericht zum Artensterben

"Es ist 1 nach 12"

06.05.2019

Das letzte große Artensterben kostete die Welt die Dinosaurier. Der Mensch verursacht momentan eine ähnliche Situation. Um dem entgegenzuwirken, hat das Institut für Biodiversität einen umfassenden Bericht vorgelegt.

Der Mensch ist schuld!

Das Artensterben geht schneller, als bisher angenommen. Am Montag hat der Weltbiodiversitätsrat (IPBES) einen Bericht vorgestellt, der den Zustand der Welt zusammenfasst.

Laut des Berichts sind eine Millionen Tier-und Pflanzenarten vom Aussterben bedroht. Das sind ein Viertel aller bekannten Arten. Seit der Zeit der Dinosaurier hat es kein Artensterben dieses Ausmaßes mehr gegeben. Doch zwischen dem letzten und diesem Sterben gibt es einen klaren Unterschied: Der UN-Bericht zeigt, die derzeitige Situation ist menschengemacht.

85 Prozent der Fläche aller Feuchtgebiete ist schon verloren gegangen in den letzten Dekaden. – Dr. Marten Winter, Biologe am Deutschen Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung

Auch das Bienensterben ist im Bericht thematisiert. Es wird weltweit vermutlich Kosten im dreistelligen Milliardenbereich verursachen. Bereits jetzt können 23 Prozent der Landfläche der Erde nicht mehr genutzt werden. Sie gilt als heruntergewirtschaftet. Darüber hinaus geht dieses Artensterben zehn bis hundertmal schneller voran als das letzte, erklärt Marten Winter.

Lösungen müssen politisch gewollt sein

Darum wird die Studie jetzt den 200 Regierungen der Vereinten Nationen vorgelegt. Die sollen auf ihrer Grundlage eine Rahmenvereinbarung verhandeln, die die biologische Vielfalt umfassend schützt.

Man muss die Intensivierung der Landnutzung zurückfahren bzw. Flächen erlauben, sich entwickeln zu können. – Dr. Marten Winter

Über die aktuelle Lage und darüber, was noch auf die Welt zukommen könnte, spricht detektor.fm-Moderator Lars Feyen mit Dr. Marten Winter vom deutschen Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung.

ArtensterbenIn dem Umfang gab es das noch nicht.Dr. Marten Winterist beeindruckt von der umfangreichen Studie des IPBES. 

Redaktion: Sarah Mahlberg und Esther Stephan