AutoMobil | Autonome Autos

Das nächste große Ding?

30.01.2015

Ein Auto, das sich fahrerlos durch den Verkehr bewegt. Dieser Science-Fiction-Traum wird Experten zufolge in fünfzehn Jahren Realität. Google hat mit einer straßentauglichen Flotte vorgelegt und die großen Hersteller arbeiten mit Hochdruck daran, aufzuholen. Wann wird die Technologie marktreif sein?

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Heutige Autos der Oberklasse sind beeindruckend weit entwickelt. Sie können selbstständig einparken, die Geschwindigkeit und Spur halten, bei Kurven und beim Bremsen assistieren. Die Hersteller wollen nun den konsequenten letzten Schritt gehen und das Auto komplett autonom machen. Bundesverkehrsminister Dobrinth (CSU) will das Vorhaben unterstützen. Er hat eine Teststrecke auf der A9 angekündigt.

Chance, Gefahr und Goldgrube

Das autonome Fahren wird die Mobilität revolutionieren und seit langer Zeit wieder echte Kaufanreize für Neuwagen bieten. Schließlich vereinfacht ein selbst fahrendes Auto den Alltag: Wer im Auto sitzt, kann gleichzeitig arbeiten, im Stau ein Buch lesen und auch nach einem Abend an der Bar fährt das Auto sicher nach Hause.

Doch gleichzeitig haftet der intelligenten Maschine auch etwas Unheimliches an. Denn entscheidende Fragen sind noch ungeklärt: Was, wenn die Technik auf der Autobahn plötzlich ausfällt oder ein Programmierfehler zu einem Unfall führt? Oder weiter gedacht: Kommt es zu einem unausweichlichen Unfall könnte das Auto blitzschnell analysieren und somit unter Umständen entscheiden, welche und wie viele Menschen dabei umkommen werden. Auch wer im Fall eines solchen Unfalls für den Schaden haftet, ist noch nicht geklärt.

Rechtliche Hürden

Während das autonome Fahren in Deutschland allein rechtlich noch in weiter Ferne liegt, finden in den USA bereits Testfahrten statt. Der Internet-Riese Google baut gerade eine erste Flotte von 150 Wagen. Bundesverkehrsminister Dobrindt hat die selbstfahrenden Autos inzwischen zu seinem Lieblingsthema gemacht und sichert den deutschen Herstellern Unterstützung zu. Er wolle Sorge tragen, dass Deutschland seiner Vorreiterrolle gerecht wird.

Doch noch sind rechtliche Hürden im Weg: So zum Beispiel das Wiener Übereinkommen, in dem festgelegt ist, dass beim Fahren immer beide Hände am Steuer sein müssen. Dennoch: Um zumindest die Entwicklung der Technologie zu ermöglichen, soll eine Teststrecke auf der Autobahn 9 in Bayern kommen. Der Abschnitt soll mit kommunizierenden Leitplanken und allerlei Hightech ausgerüstet sein, den die Autos benötigen, um mit der Umwelt zu kommunizieren.

Kommunikation und Datenschutz

Diese Vernetzung ist ein weiteres Problem. Die Autos der Zukunft sollen mit Messstationen, der Straße, Fußgängern und anderen Autos kommunizieren. So soll vor nassen oder glatten Straßen und Staus gewarnt werden. Die Fahrzeuge werden also mit allerlei Computern und Messgeräten ausgerüstet. Auch eine Kamera im Inneren des Wagens wird wohl nötig sein, um beispielsweise zweifelsfrei zu klären, ob bei einem Unfall der Fahrer oder das Auto verantwortlich war. Was mit all diesen Daten passiert ist unklar. Wahrscheinlich scheint jedoch, dass sie zumindest zur Auswertung an die Hersteller gehen.

Über die ethischen und rechtlichen Probleme, die mit dem autonomen Fahren kommen hat detektor.fm-Moderatorin Maj Schweigler mit Claudia May vom ADAC gesprochen. Sie arbeitet dort als Juristin im Verbraucherschutz.

Claudia_MayDass man in Zukunft betrunken Auto fahren darf, davon gehe ich nicht aus.Claudia Mayarbeitet beim ADAC in den Bereichen Verbraucherschutz und Interessenvertretung 

Redaktion: Javan Wenz


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