AutoMobil | Feinstaub in Großstädten

Hat der Benziner ein Feinstaub-Problem?

05.02.2018

Statt eines Diesels setzen viele Autofahrer beim Neukauf wieder auf einen Benziner. Nun schlagen Forscher Alarm. Hat der Benziner ein Feinstaub-Problem?

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Bloß keinen Diesel mehr kaufen!  Dank drohender Fahrverbote und umweltschädlichen Stickoxiden rät man also vom Dieselauto ab. Und die Autokäufer hören darauf, die Absatzzahlen sind in den letzten Monaten zurückgegangen. Aber was ist dann die Alternative?

Viele, die sich nun ein neues Auto anschaffen, setzen wieder auf den Benziner und nicht auf das E-Auto. Da kommt schon die nächste Warnung um die Ecke: Umweltforscher befürchten durch die neuen Benziner einen Anstieg der Feinstaubpartikel. Besonders in den Großstädten ächzen die Bewohner schon jetzt unter der schlechten Luftqualität.

Keine vollständige Verbrennung

Vor allem neue Autos haben tatsächlich ein Problem mit Feinstaub. Das wirkt auf den ersten Moment kurios – sollten nicht gerade neue Fahrzeugmodelle sauberer sein? Doch der Grund für den Anstieg ist leicht erklärt: immer mehr Motoren arbeiten mittlerweile mit der Direkteinspritzung. Dadurch kann Sprit gespart und sogar schädliches CO2 reduziert werden. Bei der Direkteinspritzung kommt es allerdings nicht zu einer vollständigen Verbrennung in der Brennkammer, da nicht genügend Sauerstoff vorhanden ist. Dabei entstehen eben auch Feinstaubpartikel.

Mit Partikelfiltern, wie es sie bisher auch schon bei Dieselautos gibt, lässt sich das Problem recht zügig beheben – theoretisch. Wie lange es nämlich dauert, bis alle neuen Fahrzeuge tatsächlich mit solchen Filtern ausgestattet sind, ist derzeit noch schwer abzuschätzen. Außerdem gibt es noch ein weiteres Problem:

Etwa die Hälfte aller Fahrzeuge im höheren Alter werden nicht verschrottet, sondern nach Südosteuropa exportiert. – Prof. Dr. Eckard Helmers, Direktor IfaS

Hierbei kann es allerdings passieren, dass die Partikelfilter längst viel zu alt sind und nicht mehr richtig funktionieren.

Also Finger weg vom Benziner? Über die Feinstaub-Problematik hat detektor.fm-Moderator Gregor Schenk mit Prof. Dr. Eckard Helmers gesprochen. Der Diplom-Chemiker lehrt und forscht an der Universität Trier mit dem Schwerpunkt Umweltchemie. Als Direktor am IfaS (Institut für angewandtes Stoffstrommanagement) leitet er die Abteilung für Zukunftsfähige Mobilität mit.

Eckard_Helmers neuWir bräuchten also im Grunde einen neuen Grenzwert, der die Zahl der Partikel spezifiziert, die erlaubt sind.Prof. Dr. Eckard Helmerslehrt und forscht an der Uni Trier im Bereich Umweltchemie. Foto: Frank Gemeinhardt 

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