AutoMobil | Alkohol-Wegfahrsperre bald marktreif

Das letzte Mittel gegen Alkoholsünder?

12.06.2015

Die USA haben eine Technologie vorgestellt, mit deren Hilfe Autos bereits in wenigen Jahren selbstständig den Blutalkohol-Wert des Fahrers messen könnten - ganz ohne Blutabnahme. Auch Bundesverkehrsminister Dobrindt wünscht sich ein System in dieser Art. Heißt es also bald: "Zündung nicht möglich - bitte laufen!" aus dem Cockpit?


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Wer auch nach fünf Bier noch eine Autofahrt antritt, der gefährdet sich und andere. Das ist eigentlich allgemein bekannt. Jedoch gibt es noch immer viele Menschen, die sich im angetrunkenen oder gar betrunkenen Zustand überschätzen und in ihren Wagen steigen.

Unfallstatistiken und harte Strafen reichen offensichtlich nicht aus. In den USA sterben pro Jahr fast 10.000 Menschen an den Folgen der Unfälle, die betrunkene Fahrer bauen – in Deutschland sind es immerhin 338.

Wenn das Auto einfach nicht mehr anspringt

Schön wäre also, wenn das Auto bei einem betrunkenen Fahrer gar nicht erst anspringen würde. Technisch ist das machbar: das Problem sind jedoch Fehl-Messungen, die bei gewöhnlichen Atemalkohol-Tests auftreten können. In den USA wurde deshalb über Jahre geforscht und inzwischen hat man eine Möglichkeit gefunden, den Blutalkohol des Wagen-Insassen zuverlässig zu bestimmen.

Dabei machen es sich die Forscher zunutze, dass Alkohol andere Wellenlängen des Lichts absorbiert, als Kohlenstoffdioxid. Mithilfe einer Spektralanalyse könnte ein Sensor so das Verhältnis zwischen ausgeatmetem Alkohol und CO2 messen und so den Blutalkoholwert bestimmen. Alternativ funktioniert das Verfahren auch über eine reine Berührung, aber mit demselben System: Ein Sensor, der beispielsweise im Startknopf sitzen könnte, kann Licht in den Finger schicken und so blitzschnell das Blut darin untersuchen.

Dobrindt wünscht sich Alkohol-Wegfahrsperren

Noch ist die Technologie neu und teuer, doch bereits in fünf Jahren könnte das „Driver Alcohol Detection System for Safety (DADSS)“ getaufte System marktreif sein und als Sicherheitsfeature in neuen Autos verbaut werden. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt hat sich bereits im vergangenen Jahr für Alkohol-Wegfahrsperren ausgesprochen. Dass die Wegfahrsperre kommen wird, scheint also nur noch eine Frage der Zeit.

Über Alkohol im Straßenverkehr und die Umsetzbarkeit von Alkohol-Wegfahrsperren hat detektor.fm-Moderator Gregor Schenk mit Hannes Krämer vom Auto Club Europa gesprochen.

10884 Hannes Kraemer, emm 07.2014 (11)Grundsätzlich sind wir der Ansicht, dass es auf die Akzeptanz der Autofahrer ankommt.Hannes Krämerist Rechtsexperte beim Auto Club Europa. 

Redaktion: Javan Wenz


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