AutoMobil | Neue Lkw-Maut in Kraft

39.000 mautpflichtige Kilometer

02.07.2018

Zum 1. Juli sind die Änderungen bei der Lkw-Maut in Kraft getreten. Auch der Widerstand der Speditionsbranche hat nichts gebracht. Wird das auch der Verbraucher zu spüren bekommen?

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Seit 13 Jahren gibt es die Lkw-Maut nun schon. Bislang aber wurde sie nur auf einigen wenigen Strecken erhoben – zumindest, wenn man die Kilometer ins Verhältnis mit dem gesamten Streckennetz setzt. Denn bis zum 1. Juli 2018 mussten Spediteure die Maut nur für Autobahnen und einzelne Bundesstraßen zahlen. Nun aber ist das anders: ab sofort gilt die Mautpflicht für Lkw auf allen Bundesstraßen. Die ziehen sich auf 39.0000 Kilometern durch das komplette Bundesgebiet.

Lkw-Maut: neue, sprudelnde Geldquelle

Der Bund erhofft sich durch die Änderungen eine neue sprudelnde Geldquelle. Auf bis zu 2,5 Milliarden Euro hofft Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) ab dem kommenden Jahr. Im Januar 2019 treten noch weitere Änderungen in Kraft, die Tarifsätze werden angepasst. Zum ersten Mal in der Geschichte der Maut wird auch die Lärmbelästigung durch Lastwagen in die Abgabe miteingerechnet.

Dabei folgen die Änderungen dem Verursacherprinzip. Lastwagen beanspruchen durch ihr Gewicht die Infrastruktur deutlich stärker als ein normales Auto. Ingenieure sprechen vom „Vierte-Potenz-Gesetz“. Das besagt, dass der Verschleiß der Straße durch ein Fahrzeug mit der vierten Potenz seines Gewichts steigt. Das Ganze gilt pro Achse, von denen der Lkw bekanntlich auch noch mehrere hat. Bei einer Achslast von zehn Tonnen, die bei großen Lkw nicht unüblich sind, schädigt der Lastwegen die Straße bis zu 160.000 mal stärker als ein Pkw. Oder vereinfacht gesagt: Lkw sind die Hauptverursacher von Straßenschäden.

Ausweichen lohnt sich nicht

Bislang konnten die Berufsfahrer noch auf andere Straßen ausweichen, um so die Maut auf der Autobahn zu umgehen. Damit soll nun Schluss sein, es wird sich kaum noch lohnen, eine mautfreie Strecke zu suchen. Das wissen auch die Spediteure, sie fürchten die steigenden Kosten. Durchschnittlich 14 Cent sollen es pro Kilometer sein.

Aber sind es am Ende die Verbraucher, die die Rechnung zahlen müssen? AutoMobil-Redakteurin Rabea Schloz beantwortet diese und andere Fragen im Gespräch mit detektor.fm-Moderatorin Anja Bolle.


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