AutoMobil | Tempo 30 für die Umwelt?

Berlin auf der Kriechspur

20.02.2017

In immer mehr Städten schießen die Stickoxidwerte in die Höhe. Auch Berlin ächzt unter der immer schlechter werdenden Luft. Verursacht wird die durch den Straßenverkehr. Die Idee: mehr Tempo-30-Zonen in Deutschland. Aber ist das sinnvoll?

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Schlechte Luft in deutschen Großstädten: Feinstaub- und Stickoxidwerte schießen regelmäßig in die Höhe. Die zulässigen Grenzwerte können vielerorts nicht eingehalten werden. In Stuttgart ist die Luft durch den Verkehr teilweise dreckiger als in Peking  einer Stadt mit der höchsten Luftverschmutzung der Welt. 

Mit Tempo 30 gegen Stickoxide?

Auch Berlin hat mit schlechten Werten zu kämpfen. Die neue Verkehrssenatorin Regine Günther (parteilos) will deswegen jetzt handeln. Sie plant, die Tempo-30-Zonen deutlich auszuweiten. Damit soll erreicht werden, dass die Stickoxidwerte sinken. Für ihren Vorschlag muss die Politikerin allerdings ordentlich Kritik einstecken. Die CDU ist strikt gegen eine solche Ausweitung und auch der ADAC hält den Vorschlag für wenig sinnvoll.

Der Grund dafür: Verantwortlich für den Ausstoß von Stickoxiden ist nicht primär die Geschwindigkeit, sondern die Beschleunigung. Durch Tempo 30 könnte es vermehrt zu Stop-and-Go kommen  die Autofahrer müssten immer wieder beschleunigen und abbremsen. Die Stickoxidwerte könnten somit sogar noch steigen, warnen Kritiker.

Das heißt jedoch nicht, dass 30er-Zonen grundsätzlich sinnfrei sind. Langsamer fahrende Autos können beispielsweise die Lärmbelastung erheblich senken. Und auch die Verkehrssicherheit steigt, wenn weniger Verkehrsteilnehmer schnell fahren. Andere Verkehrsteilnehmer können besser auf ein herannahendes Auto reagieren. Und die Fahrer können sich ihrer Umgebung besser anpassen.

Schneller mit dem ÖPNV?

An den hohen Stickoxidwerten ändert dies indes wenig. Umweltaktivisten weisen auf die entscheidende Rolle der Autofahrer hin. Bemühungen der Politik nützten nämlich nichts, wenn weiterhin jeder noch so kurze Weg mit dem Auto gefahren wird. Ein Umstieg auf den öffentlichen Personennahverkehr wäre da durchaus wünschenswert. Ob mehr Tempo-30-Zonen die Autofahrer also dazu bringen könnten, vermehrt Straßenbahnen oder Busse zu nutzen?

Diese und weitere Fragen hat ADAC-Sprecher Johannes Boos im Gespräch mit detektor.fm-Moderator Christian Bollert beantwortet.

adac-boos-mosaicbigTempo 30 führt weder zur Reduktion der Stickoxide noch zu einer Einsparung von Kohlendioxid-Emissionen. Im Gegenteil.Johannes Boosist Sprecher des Allgemeinen Deutschen Automobil-Clubs (ADAC). 

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