Bafög-Höchstsatz: Zum Leben zu wenig?

Wenn das Geld nicht reicht...

06.06.2017

Die BAföG-Sätze reichen in den meisten Fällen nicht zum Leben. Das zeigt eine aktuelle Studie. Nun fordert das Deutsche Studentenwerk eine neue Verteilung der Studenten-Finanzierung.

Lange ist in der Frage nichts passiert. Dann haben sich Bund und Länder geeinigt und die BAföG-Sätze 2016 um bis zu zehn Prozent erhöht. Jetzt hat das Forschungsinstitut für Bildungs- und Sozialökonomie (FiBS) im Auftrag des Deutschen Studentenwerkes allerdings eine Studie veröffentlicht, die beweißt: selbst das reicht nicht. Die Kosten für Miete, Lebensmittel und zum Beispiel Arztkosten sind in den letzten Jahren – nicht zuletzt durch die Inflation – immer weiter gestiegen, auch für Studenten.

BAföG-Sätze – München ist nicht gleich Leipzig

Der BAföG-Höchstsatz liegt bundesweit inzwischen bei 735 Euro. Die Mieten und Lebenshaltungskosten sind allerdings nicht überall die gleichen. In Leipzig zahlt man für eine Mietwohnung durchschnittlich 6,79 Euro pro Quadratmeter.

Bewegt man sich 430 km weiter in den Süden, steigen die Mieten aber fast um das Dreifache: Der Durchschnittspreis liegt in München bei 21,23 Euro. Das wird in den BAföG-Sätzen nicht berücksichtigt. Das Problem dabei ist, dass Studenten eine hohe Wohnmobilität haben, also oft umziehen. Das macht das Ganze schwer überschaubar.

Sicherlich wäre eine individuelle Regelung für eine hochmobile Gruppe wie Studenten nicht die beste Lösung. Der Verwaltungsaufwand wäre viel zu groß. Dann lieber den Bestand an günstigen Wohnmöglichkeiten ausbauen. – Georg Schlanzke, Deutsches Studentenwerk

Auch Versicherungskosten problematisch

Eine Förderlücke sieht das FiBS auch bei den Zuschlägen für Kranken- und Pflegeversicherung, gerade bei älteren Studenten. Denn die BAföG-Zuschläge orientieren sich nur an der studentischen Krankenversicherung, nicht aber an den viel höheren Beiträgen für über 30 Jahre alte Studierende. Für Studenten über 25 liegen diese Beiträge bei 86 Euro im Monat. Bei allen über 30 sind es schon 150 Euro.

Viele Studenten jobben nebenher, um sich ihr Leben finanzieren zu können. Das führt aber häufig dazu, dass das Studium vernachlässigt oder gar abgebrochen wird. Müssen die BAföG-Sätze als kleiner Zuschuss gesehen werden, oder sollte man sich mit der staatlichen Unterstützung ausschließlich auf sein Studium konzentrieren können? Georg Schlanzke vom Deutschen Studentenwerk hat detektor.fm-Moderator Christian Eichler ein paar Antworten gegeben.

144px-gschlanzkeWir fordern seit Jahren sowohl eine grundsätzliche als auch eine regelmäßige Erhöhung der Bedarfssätze, um diese an die aktuellen Lebenshaltungskosten anzupassen.Georg Schlanzkevom Deutschen Studentenwerk.