Berliner Republik: Debatte um neuen “Linksterrorismus”

13.10.2011

Mit den Brandanschlägen in Berlin beginnt auch die Debatte um einen neuen Linksextremismus: Während die Union Parallelen zur RAF zieht, mahnt die Opposition zur Ruhe. Droht Deutschland linker Terror?

Wolfgang Bosbach (CDU): “Auch der RAF-Terror begann in den siebziger Jahren mit Brandanschlägen. Später haben dann mehr als 30 Menschen ihr Leben verloren.” /Foto: Axel Schmidt/dapd

ist Chefredakteur von The European.Alexander Görlachist Chefredakteur von The European. 

Spätestens seit am Montag morgen immer neue Brandsätze an Bahnstrecken in Berlin auftauchen, ist eine Debatte um den Linksextremismus in Deutschland entbrannt. Zu den Anschlägen bekannte sich eine Gruppe, die sich selbst das „Hekla-Empfangskomitee“ nennt. In einem im Netz veröffentlichten Bekennerschreiben fordert die Gruppe „mehr gesellschaftliche Eruptionen“ und sagt, sie wolle Berlin und das Land in einen „Pausenmodus“ versetzen. Das scheint zu gelingen: Mehr als 2000 Züge verkehrten wegen der Brandanschläge bereits verspätet.

Politiker der Union proklamieren unterdessen den Beginn eines neuen Linksterrorismus, sogar Vergleiche mit der RAF werden gezogen. Das wiederum verbitten sich SPD, Grüne und Linke. Sie warnen vor zu eiligen Schlüssen und sehen in der „Hekla“-Gruppe eher unorganisierte Anarchisten. Über die Debatte zu den Brandanschläge in Berlin sprechen wir mit Alexander Görlach vom Meinungs- und Debattenmagazin „The European“.

+++Berliner Republik ist eine Kooperation mit The European – dem Meinungs- und Debattenmagazin+++