Berliner Republik I Die Debatte zur Flüchtlingspolitik kocht wieder hoch

Die EU-Flüchtlingshilfe - und die Rolle Deutschlands

20.04.2015

In nur zwei Tagen sterben im Mittelmeer so viele Flüchtlinge, wie es jährliche Drogentote in Deutschland gibt. Die EU-Flüchtlingspolitik hat ein Problem, und wird nun auch im politischen Berlin wieder lauter diskutiert. Doch wo bleibt der Ruck, die wirkliche Veränderung? Ein Gespräch mit Alexander Görlach.

Ein Boot kentert und mehre tausend Flüchtlinge sterben. Es sind die schockierenden Nachrichten der letzten Tage, die viele Menschen in ganz Europa berühren. Doch so sehr sich die Emotionen auch regen, scheint sich eines nicht zu bewegen: die europäische Flüchtlingspolitik. Zwar wirken Politiker bereit, einen lauten Säufzer auszustoßen und Schweigeminuten einzulegen – doch woran scheitert der Grundsatz, sich präventiv für die Rettung von Flüchtlingen einzusetzen?

Überforderung an allen Enden

Erst am Wochende ist wieder ein Flüchtlingsboot mit 950 Passagieren gekentert. Und noch bevor diese schockierende Realität ins Bewusstsein gesickert ist, holt einen die Nachricht von über 400 weiteren Menschen ein, die vor Libyen in Seenot sind. Inzwischen reden wir über 1.600 Tote – seit Jahresbeginn.

Die Debatte um die Flüchtlingspolitik entfacht also einmal mehr. Es herrscht eine absolute Überforderung in Europa, die alle herausfordert. Italien fühlt sich mit der eigenen Verantwortung für die Flüchtlinge allein gelassen. Doch nicht nur Staaten klagen, auch Kommunen kämpfen.

Wir diskutieren, auch jetzt hier im Radio, der Politik, in den Salons und den Talkshows.  Aber am Ende bleibt es bei den Kommunen hängen. (Alexander Görlach)

Lösungsansätze fehlen

Eine Lösung muss her. Doch auch wenn es Flüchtlingsströme seit Jahren gibt, fehlt scheinbar noch das ideale Rezept zum angebrachten Umgang. Es muss sich schnell etwas ändern. Doch wohin mit dem Status Quo?

Alexander Görlach, Chefredakteur des Debatten-Magazins The European, sieht die Problematik am fehlenden Blick für das Detail.

Redaktion: Hannah Ziegler


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