Berliner Republik: Scharmützel in der Koalition – wie geht es weiter zwischen CDU und FDP?

15.09.2011

Aus dem Machtwort der Kanzlerin wurde ein Machtkampf: Die FDP will sich nicht vorschreiben lassen, was sie sagen darf und was nicht. Zerbricht die Koalition an der Eurokrise?

Die personalisierte Anspannung der Koalition: Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihr Vize-Kanzler Philipp Rösler.

Foto: © Axel Schmidt/ dapd.

Die Spannungen in der Regierungskoalition sind momentan förmlich greifbar, vor allem zwischen der Kanzlerin und ihrem Vize Philipp Rösler scheint keine Harmonie in Sicht.

Nachdem Rösler am Wochenende über eine mögliche Insolvenz Griechenlands spekuliert hatte, hat Merkel in dieser Woche zu verstehen gegeben, dass sie solche Äußerungen nicht dulden werde: Mit Spekulationen dieser Art belaste man nur unnötig die Finanzmärkte.

Angela Merkel hat also ein Machtwort gesprochen – ein Machtwort ist dazu da, eine Diskussion zu beenden. Aber die Liberalen lassen sich offenbar von den Worten der Kanzlerin nicht einschüchtern. Philipp Rösler genießt breite verbale Unterstützung, nicht zuletzt von Generalsekretär Christian Lindner und Fraktionschef Rainer Brüderle. Man wolle sich keine Denkverbote auferlegen lassen.

Bereits seit Wochen belastet internes Geplänkel die Koalition. Gestern erklärte der parlamentarische Geschäftsführer der FDP Otto Fricke im Interview mit detektor.fm, eine klare Linie der FDP sei im Moment wichtiger als die Koalition.

Sind die Entwicklungen dieser Woche der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt? Hat die Regierungskoalition noch eine Zukunft?

Das fragen wir den leitenden Redakteur von „The European„, Martin Eiermann.

+++Berliner Republik ist eine Kooperation mit The European – dem Meinungs- und Debattenmagazin+++