Berliner Republik | Die Wahl in Griechenland und die Reaktionen

Syriza in Griechenland: "Keine Daumenschraubenbotschaften"

26.01.2015

Alexis Tsipras, so heißt der neue Regierungschef Griechenlands. Seine Partei Syriza hat mit großer Mehrheit gewonnen. Wie reagiert Berlin auf den Wahlsieg der Linken?

Nach der Wahl: Neue Richtung für das Land

Seit Sonntag steht es fest: Griechenland hat einen linken Regierungschef. Zur absoluten Mehrheit hat es zwar nicht gereicht, dennoch ist der Sieg gewaltig. Nun entsteht eine Koalition mit der rechten Partei „Unabhängige Griechen“. Der bisherige Regierungschef Andonis Samaras erreichte mit seiner konservativen Partei lediglich 28%. Der Sieg ist ein klares Zeichen der Griechen für ein Ende der Sparpolitik. Die Koalitionspartner lehnen die internationalen Hilfsprogramme der Euro-Partner und des Internationalen Währungsfonds ab, beide wollen Unternehmen verstaatlichen.

Kein neuer Sparkurs in Griechenland

Alexis Tsipras verspricht nicht nur eine höheren Mindestlohn, sondern auch mehr Sozialleistungen. Die erste Amtshandlung der Syriza -Partei wird wohl ein Gesetz sein, welches armen Familien eine finanzielle Unterstützung für Strom- und Wohnkosten zusichert. Niemand soll aus finanziellen Gründen mehr sein Haus verlieren. Tsipras will außerdem keine neuen Sparmaßnahmen zulassen, finanziert werden soll all dies unter anderem mit einer Reichensteuer. Zu einem Austritt aus der Euro-Zone soll es nicht kommen.

Reaktionen aus Brüssel und Berlin

Während Alexis Tsipras mit seinen Ideen in Griechenland gut ankommt, ist die EU besorgt. Erklärtes Ziel ist es, Griechenlands Position in der Euro-Zone zu stärken. Doch zu einem Erlass der Schulden des Landes soll es nicht kommen, diese müssten vielmehr weiter abgebaut werden. EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker fordert:

„Jede griechische Regierung muss ihre Verpflichtungen respektieren.“

Wie  die Reaktionen aus  Berlin auf den Wahlsieg der Linken ausfielen, darüber haben wir mit Alexander Görlach, dem Herausgeber des Debatten-Magazins “The European”, gesprochen.

leitet das Debatten-Magazin "The European""Die Griechen haben Alexis Tsipras gewählt, in dem Wissen, dass die Griechen im Euro bleiben wollen."Alexander Görlachist Chefredakteur beim Debatten-Magazin "The European" 

Redaktion: Maria Mathias| Natalie Schorr

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