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Foto: Hendrik Schmidt | AFP
Bild: Rettungswagen mit einem Covid-19-Patienten. Foto: Hendrik Schmidt | AFP

Blätter-Podcast | Corona, Israel, Assange und Hass im Netz

Die finale Entzauberung der Globalisierung

Corona bringt das Fass der Globalisierungskritik zum Überlaufen. In Israel ist die Demokratie in Gefahr. Der Prozess zur Auslieferung von Julian Assange hat begonnen. Und Rechte radikalisieren sich zunehmend im Netz. Darum geht es in der Aprilausgabe des Blätter-Podcasts.

Der Corona-Schock: die finale Entzauberung der Globalisierung

In der März-Ausgabe ist es noch um die Bedeutung von Corona für China gegangen. Mittlerweile ist das Virus in Deutschland und in beinahe jedem Land auf der Welt angekommen. Die Krise zeigt mehr denn je, wie abhängig uns die globale Vernetzung macht: von funktionierenden Lieferketten bis zur Versorgung mit Schutzmasken. Daher dürfte die erste Märzwoche des Jahres 2020 auch als der Punkt in die Geschichte eingehen, an dem das Rad der Globalisierung wieder ein Stück zurückgedreht wurde, schreibt der Politikwissenschaftler Ulrich Menzel.

Außerdem gibt er eine Prognose für die innenpolitischen Konsequenzen aus der Corona-Krise:

Es könnte sein, dass wir nach der Corona-Krise eine schwarz-grüne Koalitionsregierung haben, mit Markus Söder als Bundeskanzler.

Ulrich Menzel

Israel: Neuanfang gegen Netanjahu?

Am 2. März ist in Israel gewählt worden – und das zum dritten Mal in einem Jahr. Auch diesmal scheint sich nichts geändert zu haben an der Patt-Situation zwischen dem amtierenden Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu und seinem Herausforderer Benny Gantz. Dazu kommt der Vorwurf gegen Netanjahu, die Corona-Krise für seine eigenen Zwecke zu nutzen. Der israelische Journalist Ofer Waldman sieht die Demokratie in Israel in Gefahr:

Wir wissen nicht, in welche staatliche Ordnung wir kommen werden, wenn diese Epidemie endlich zu Ende ist.

Ofer Waldman

USA gegen Assange: der Whistleblower als Staatsfeind

Sieben Jahre lang hat Julian Assange in der ecuadorianischen Botschaft in London gelebt – bis er im Mai 2019 festgenommen worden ist. Gegen den WikiLeaks-Gründer läuft seit Ende Februar nun ein Prozess, der darüber entscheidet, ob er an die USA ausgeliefert wird. Dort würden ihm bis zu 175 Jahre Haft drohen. Ein Grund: die Veröffentlichung interner Dokumente US-amerikanischer Behörden und Streitkräfte. Blätter-Redakteur Daniel Leisegang spricht dem Prozess auch über Assange hinaus eine richtungsweisende Wirkung zu.

Christchurch, Halle, Hanau: vom Online-Hass zum rechten Terror

Christchurch im März 2019, Halle im Oktober 2019 und zuletzt Hanau im Februar 2020: In allen drei Fällen hat der jeweilige Attentäter vor seiner Tat ein rassistisches Bekennerschreiben im Internet veröffentlicht. Die Journalisten Sören Musyal und Patrick Stegemann recherchieren in rechten Untergrundnetzwerken. Sie analysieren, welchen Einfluss Imageboards wie 4chan auf die Radikalisierung junger Männer haben und wie aus Hass im Netz irgendwann reale Terroranschläge werden.

Über diese Themen spricht detektor.fm-Moderatorin Helena Schmidt mit Autorinnen und Autoren der Blätter für deutsche und internationale Politik.