Blätter-Podcast | Fridays for Future, Kohleausstieg, Spanien und Kriege

"Es geht uns alle an"

01.03.2019

Wie hart Gegner gegen junge Klimaaktivisten vorgehen, warum der Bericht der Kohlekommission nicht reicht, wie es mit Spaniens Regierung weitergeht und die Rolle Deutschlands in Zeiten von neuen Stellvertreterkriegen – das besprechen wir im Blätter-Podcast.

Der Kampf um die Empörungshoheit

Es ging los mit der jungen Schwedin Greta Thunberg. Mittlerweile ist es eine ganze Generationsbewegung: Unter dem Motto „Fridays for Future“ gehen in ganz Europa Schülerinnen und Schüler auf die Straße. Sie fordern die Politik zum Handeln auf. Aber ihre Argumente werden teilweise nicht ernst genommen. Stattdessen werden sie sogar öffentlich diffamiert, stellt Blätter-Redakteur Albrecht von Lucke fest.

Wir dürfen die Schülerinnen und Schüler von „Fridays for Future“ nicht alleine lassen. Es geht uns alle an. – Albrecht von Lucke

Kohleausstieg: Zu wenig fürs Klima

Ende Januar hat die Kohlekommission ihren Abschlussbericht vorgestellt. Der schlägt einen Fahrplan zum Kohleausstieg vor: 2038 soll Schluss sein mit Kohle in Deutschland. Dazu kommen 40 Milliarden Euro Entschädigung für die betroffenen Regionen. Aber die Klimaziele, die sich Deutschland selbst gesetzt hat und jene, die im Abkommen von Paris festgeschrieben sind, werden damit verfehlt, meint die Klimaaktivistin Inken Behrmann.

Was die Kohlekommission verhandelt hat, reicht nicht für das Klima. Das liegt aber auch daran, dass die Bundesregierung gar keinen Gestaltungswillen zeigt. – Inken Behrmann

Verlorene Hoffnung auf weniger Kriege

Mit dem Ende des kalten Krieges haben viele auf weniger blutige Kriege gehofft. Und tatsächlich stellte der Human Security Report 2005 einen Rückgang von Kriegen und Menschenrechtsverletzungen nach Ende des Kalten Krieges fest. Aber heute ist die Anzahl wieder gestiegen. Das liegt vor allem an Rüstungsimporten, mahnt der Friedens- und Konfliktforscher Jonas Ecke. Er zeigt im Interview auf, wie Deutschland als weltweit viertgrößter Waffenexporteur wesentlich zur Verschärfung dieser Konflikte beiträgt – und wie stattdessen eine echte Friedens- und Vermittlungspolitik aussehen müsste.

Spaltpilz Katalonien

Spanien hat turbulente Monate hinter und noch vor sich: Das Parlament hat den Haushalt von Ministerpräsident Sanchez abgelehnt. Dagegen gestimmt haben neben der Opposition vor allem die katalanischen Pro-Unabhängigkeits-Parteien, die Sanchez eigentlich unterstützt haben. Allerdings nicht aus Sachgründen, analysiert die Journalistin Julia Macher. Sondern aus ideologischen Gründen. Hauptsächlich weil gleichzeitig zur Haushaltsdebatte der Prozess gegen 12 katalanischen Aktivisten und Politiker gestartet ist. Deshalb sind nun für Ende April die Parlamentswahlen vorgezogen.

Moderation: Helena Schmidt


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