Nordkorea stoppt Atomprogramm: Taktik oder der Anfang vom Frieden?

01.03.2012

Nordkorea will vorerst seine Atomtests stoppen und kein Uran mehr anreichern. Im Gegenzug gibt es von der USA mehr als 240.000 Tonnen Lebensmittel. Wieviel Taktik steht hinter dem Schachzug des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong-un?

Nordkorea demonstriert gern Stärke. Foto: © TSGT James Mossman, U.S. Air Force/ wikipedia.de

Nordkorea-Experte und Mitarbeiter der Hessischen Stiftung für Friedens- und KonfliktforschungDr. Hans Joachim SchmidtNordkorea-Experte und Mitarbeiter der Hessischen Stiftung für Friedens- und Konfliktforschung 

Kein Land der Welt ist so abgeschottet wie Nordkorea. Informationen dringen nur spärlich aus dem Landesinneren nach außen. Vergangene Woche haben sich Unterhändler der USA und Nordkorea zum ersten Mal nach dem Tod Kim Jong-Ils in Peking getroffen. Nun scheint es, als würde Nordkorea im Atomstreit einlenken.

Die Regierung will ihre Atomtests und die Urananreicherung stoppen. Im Gegenzug sollen die USA mehr als 240.000 Tonnen Lebensmittel nach Nordkorea liefern. Außerdem will sich das abgeschottete Land Inspekteuren der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA öffnen. Somit bekommen die westlichen Staaten zu ersten Mal seit drei Jahren einen Einblick in das nordkoreansiche Atomprogramm.

Aber ist der Stopp der Atomtests wirklich der Anfang einer friedlichen Einigung zwischen dem Westen und Nordkorea? Und welche Ziele verfolgen Nordkorea und die USA?

Darüber haben wir mit dem Nordkorea-Experten Hans Joachim Schmidt von der Hessischen Stiftung für Friedens- und Konfliktforschung gesprochen.

Nordkorea stoppt Atomprogramm - Taktik oder der Anfang vom Frieden

Wenn es gelingen sollte, das Atomprogramm wenigstens zu begrenzen und für eine bestimmte Zeit außer Kraft setzen zu können, wäre schon viel gewonnen. (Hans Joachim Schmidt)