Brexit-Pläne der britischen Regierung

Cherry Picking

12.07.2018

Theresa May und ihre Idee vom Brexit: Sie wünscht sich für Großbritannien eine Sonderrolle in der EU. Der rechte Flügel der Partei ist mit dem Konzept jedoch unzufrieden. Zwei Minister sind aus Protest zurückgetreten.

Brexit-Pläne

Die britische Premierministerin Theresa May hat der EU die Brexit-Pläne Großbritanniens vorgestellt. Vor über einem Jahr haben die Verhandlungen über den Austritt aus der EU begonnen. Theresa May wünscht sich eine britische Teilmitgliedschaft im europäischen Binnenmarkt und in der Zollunion. Autos, Maschinen und landwirtschaftliche Produkte sollen demnach zollfrei bleiben. Andere wichtige europäische Konzepte wie die Personenfreizügigkeit hingegen sollen nach dem Brexit nicht mehr gelten.

Das, was da jetzt vorliegt, ist so ein bisschen, was Frau Merkel mal „Cherry Picking“ genannt hat. Also wir suchen uns die Kirschen raus und den Rest wollen wir nicht […] Ich glaube, dass das nicht das ist, was die EU eigentlich gerne unter einer zukünftigen Zusammenarbeit versteht. Uwe Seiwert-Fauti, Journalist in Brüssel

Kritik aus den eigenen Reihen

Vergangenen Freitag hat sich Theresa May mit diesem Brexit-Konzept in ihrem Kabinett durchgesetzt. Doch das löste intern einigen Widerstand aus. Brexit-Minister David Davis trat von seinem Amt zurück, ebenso der britische Außenminister Boris Johnson. Sie gelten als „Hardliner“ und sind nicht einverstanden mit den „soften“ Brexit-Plänen der Premierministerin. Denn Großbritannien würde sich Brüssel zu sehr unterordnen, so die Kritik.

Theresa May weiß sehr genau, dass sie der EU Zugeständnisse machen muss, was aber die Rechten in der konservativen Partei, die auch noch im Parlament sitzen, strikt ablehnen. Uwe Seiwert-Fauti

Über den Austritt von Großbritannien aus der EU und die Verhandlungen hat detektor.fm-Moderator Christian Eichler mit Udo Seiwert-Fauti gesprochen. Er ist Journalist mit Sitz in Brüssel.

Udo Seiwert-FautiIch könnte mir vorstellen, dass es zu einem harten Brexit kommt. Dass es am Ende der Diskussionen am 29. März 2019 überhaupt gar keine Vereinbarung gibt, und dann wird das Ganze interessant.Udo Seiwert-Fautiist Journalist mit Sitz in Brüssel. 

Redaktion: Amelie Berboth