Brexit: Schonfrist für Großbritannien?

Deal or No-Deal

17.10.2018

Am 29. März 2019 um 23 Uhr will Großbritannien aus der EU austreten. Bis dahin müssen sich London und Brüssel auf ein Austrittsabkommen einigen – eigentlich. Denn nun bringt die EU selbst eine Übergangsfrist ins Spiel.

Premierministerin May unter Druck

Bald sind es schon eineinhalb Jahre, seitdem die EU und Großbritannien mit den Brexit-Verhandlungen begonnen haben. Doch seither sind noch keine zentralen Beschlüsse erarbeitet worden. Innenpolitisch steht Premierministerin May deshalb schon länger unter Druck. Der einstige Brexit-Minister David Davis ist im Juli zurückgetreten. Außenminister Johnson ist ihm wenige Tage später gefolgt.

Der Brexit rückt näher

Trotzdem tickt die Uhr, die Deadline rückt immer näher. Bis zum 29. März 2019 muss alles ausverhandelt sein, ansonsten gibt es keinen Deal und ein harter Brexit folgt. Deshalb wird es zunehmend unruhiger auf der Insel. Die Briten bereiten sich langsam auf einen chaotischen und turbulenten EU-Ausstieg vor.

Unklar ist außerdem weiterhin, wie Grenzkontrollen zwischen Nordirland und Irland verhindert werden können.

Nordirland ist nur ein ganz kleines Problem. Denn es gibt noch eines im Süden: Das heißt Gibraltar. Absolut nicht absehbar, was kommt, nur eines ist sicher: Am 29. März um 23 Uhr wollen die Briten aus der EU sein. – Udo Seiwert-Fauti, Journalist

EU macht Angebot

Nun steht allerdings die nächste Verhandlungsrunde an. Bisher hat die EU den Briten jegliche Zugeständnisse verwehrt. Genauso blieb auch London strikt bei seinen Positionen. Jetzt aber scheint die Europäische Union doch noch einzulenken. Offenbar will sie Großbritannien anbieten, die Übergangsphase um ein Jahr zu verlängern.

Über die aktuellen Entwicklungen in den Brexit-Verhandlungen hat detektor.fm-Moderatorin Sara Steinert mit Udo Seiwert-Fauti gesprochen. Er ist Journalist in Brüssel.

blickt auf über 20 Jahre Schottland-Berichterstattung zurück.Ein schöner Versuch der EU, die Briten ein Jahr länger in der EU zu halten. Aber aus britischer Sicht ist dies keineswegs akzeptabel. Udo Seiwert-Fautiüber den Vorschlag der EU an London. 

Redaktion: Thomas Oysmüller