BRICS-Gipfeltreffen in Russland

"Das Interesse ist, die G7 vom Thron zu verdrängen"

10.07.2015

Drei Milliarden Menschen und ein Fünftel der Weltwirtschaft: Die fünf BRICS-Staaten streben mehr Unabhängigkeit und Bedeutung in der Weltgemeinschaft an. Gelingt Ihnen das nun?

Beim zweitägigen BRICS-Gipfel haben sich die Staatsoberhäupter von Brasilien, Russland, Indien, China, Südafrika in der russischen Stadt Ufa getroffen. Die Schwellenländer einigten sich auf eine „Strategie 2020“, in der sich für eine enge wirtschaftliche Zusammenarbeit aussprachen. Die gemeinsam gegründete Entwicklungsbank ist der erste Schritt in diese Richtung.

Die BRICS-Länder haben besonders seit der Finanzkrise 2009 an Bedeutung gewonnen. – Milena Elsinger, Philipps-Universität Marburg.

BRICS-Staaten: Wachstum stockt

Als der Begriff  BRIC 2001 geprägt wurde, verband die Länder Brasilien, Russland, Indien und China gerade ein Wirtschafswachstum von fünf bis zehn Prozent. 2010 trat Südafrika der Gruppe bei, die seitdem unter dem Kürzel BRICS formiert. In den fünf Ländern leben drei Milliarden Menschen, das entspricht 40% der Weltbevölkerung. Gemeinsam tragen die BRICS-Staaten gut ein Fünftel zur weltweiten Wirtschaftsleistung bei.

Doch auch in den Schwellenländern stockt nun das einst rasante Wachstum. Im vergangenen Jahr wuchsen nur noch China und Indien in dieser Größenordnung.

Auch politische Ambitionen haben mittlerweile großes Gewicht bei den BRICS-Staaten bekommen. – Milena Elsinger, Philipps-Universität Marburg.

Russland nach dem Ausschluss

Russland ist im vergangenem Jahr vom G8-Gipfel ausgeschlossen worden. In Elmau trafen sich deswegen die G7, ohne Russland. Nach zwei Tagen verabschiedeten die Staatsoberhäupter ein 15-seitiges Abschlussdokument. Direkt auf den Gipfel der BRICS-Staaten schließt sich im russischen Ufa das Treffen der Shanghaier Kooperationsorganisation (SCO) an.

Uni_Marburg_Milena_EslingerDer gemeinsame Anspruch der BRICS-Staaten ist, die etablierten Industriestaaten der G7 abzulösen.Milena Elsingerist Politikwissenschaftlerin an der Universität Marburg. 

Redaktion: Sandro Schroeder