Bürgerkrieg ohne Ende – Der Südsudan kommt nicht zur Ruhe

25.04.2014

Nuer gegen Dinka: im jüngsten Staat der Welt bekriegen sich zwei Volksgruppen. Die Zahl der Toten geht in die Zehntausende. Es gibt erste Anzeichen für einen Völkermord, eine Hungerkatastrophe droht. Deutschland aber lehnt mehr Hilfe bislang ab.

Nasir, 14. April: Mitglieder der “Weißen Armee”, einer regierungsfeindlichen Miliz im Südsudan, mit einem von der Armee gestohlenen Fahrzeug. / © Zacharias Abubeker/AFP

Der Südsudan besteht erst seit 2011 und ist damit der jüngste Staat der Welt. Doch seit seiner Gründung kommt das afrikanische Land nicht zur Ruhe.

Die zwei Volksgruppen „Nuer“ und „Dinka“ stehen sich feindlich gegenüber. Mitte Dezember vergangenen Jahres ist der Machtkampf zwischen dem Präsidenten der „Dinka“ und dem von ihm entmachteten Vizepräsidenten, einem Nuer, eskaliert.

Seither ist ein Bürgerkrieg aufgeflammt und tobt zwischen den beiden Volksgruppen. Mit verheerenden Folgen: 10.000 Menschen wurden bisher getötet, fast eine Million Zivilisten sind auf der Flucht.

14 deutsche Soldaten – und ein Bürgerkrieg

{info_1} Beobachter sehen nun erste Anzeichen für einen Völkermord – und die UN warnen vor einer Hungerkatastrophe im Land. Zwar befindet sich eine Blauhelm-Mission im Land. Die aber wirkt machtlos. Und die Bundesregierung lehnt es ab, seine bisher 14 entsandten Soldaten vor Ort aufzustocken.

Sarah Tangen von der Friedrich-Ebert-Stiftung befindet sich in Uganda Südsudans unmittelbarem Nachbarn. Was ihre Kollegen aus dem Südsudan berichten und ob es Anzeichen für eine Eskalation gibt, fragen wir Sarah Tangen im Interview.

Man ist sehr besorgt, dass es zu Vergeltungshandlungen bis hin zum Genozid kommen könnte. (…) Es gab Radioaufrufe, die Stadt zu ’säubern‘. Es gab Aufrufe zu Vergewaltigungen an Frauen. – Sarah Tangen

+++ Wegen Schwierigkeiten mit der Telefonleitung nach Uganda ist die Tonqualität beeinträchtigt. Wir bitten dafür um Entschuldigung. +++