Bundestag stimmt über die Frauenquote ab

Kooperation durch Quote

05.03.2015

Die Frauenquote kommt. Am Freitag wird darüber im Bundestag abgestimmt. Einer, der am Anfang nicht von der Quote überzeugt war, es aber durch die eigene Forschung wurde, ist der Verhaltensökonom Matthias Sutter. Was hat ihn dazu bewogen?

Die Frauenquote wird politische Realität.  Das Gesetz, das am Freitag im Bundestag beschlossen werden soll, sieht ab 2016 eine Frauenquote von mindestens 30 Prozent in den Aufsichtsräten börsennotierter Unternehmen vor.

Ein Gesetzesentwurf zur Frauenquote, der im Dezember 2014 vom Bundestag verabschiedet worden ist, wurde noch einmal nachgebessert und liegt nun zur Abstimmung vor. Kleineren Unternehmen wird nun mehr Zeit eingeräumt, ihre Zielvorgaben in einer Quote umzusetzen. Außerdem sollen die Berichtspflichten für Unternehmen reduziert werden, da sie zuvor als zu bürokratisch kritisiert wurden.

Zusammenhalt und Wettbewerb

Frauen konnten sich bisher vor allem in den Aufsichträten großer Unternehmen kaum ausreichend etablieren. Als Gründe werden Firmenstrukturen herangezogen, die zu sehr an einem männlichen Lebensentwurf ausgerichtet sind. Und auch Kinder bremsen die Karriere aus. Oft gehen Frauen in Teilzeitarbeit und sind dadurch von der Führungsetage ausgeschlossen.

Hoffnung liegt auf Kooperation

Ein weiteres Hindernis für Frauen wurde bisher darin gesehen, dass Frauen eher den Wettbewerb scheuen, während Männer ihn suchen. Es hat sich allerdings bei empirischen Untersuchungen gezeigt, dass gerade sehr gut ausgebildete Frauen den Wettbewerb keineswegs scheuen. Obwohl also Frauen durch eine Quote zu mehr Wettbewersbereitschaft ermutigt werden, liegt die Hoffnung auf der Kooperation, die Frauen in die Unternehmen hineintragen.

Der detektor.fm Moderator Alex Hertel hat mit Matthias Sutter über Kooperation und Wettbewerb im Zusammenhang mit der Frauenquote gesprochen.

PORTRAIT_SUTTER-MATTHIAS_RECHTE_Tovias HallerUnsere Forschungen zeigen, dass Quotenregelungen dazu führen, dass die besten Frauen in den Wettbewerb reingehen und dann auch gewinnen. Matthias Sutterist Professor für Verhaltensökonomie an der Universität Köln