China bereitet Machtübergabe vor – Die Inszenierung einer Wahl

08.11.2012

In China hat der 18. Parteikongress der Kommunistischen Partei begonnen. Mit ihm wird ein Wechsel der Machtelite in der zweitgrößten Wirtschaftskraft der Welt eingeleitet. Doch wie gestaltet sich der politische Aufbau der undurchschaubaren Supermacht?

Der scheidende Staats- und Parteichef Hu Jintao. Auf dem 18. Parteikongress der Kommunistischen Partei wird eine neue Generation des Führungspersonals in Stellung gebracht. Foto: © Marcus Brandt / dapd

Nicht nur in den USA fand mit den Wahlen des Präsidenten ein wichtiges politisches Ereignis statt, auch in China steht ein Wechsel an der Spitze des Staates bevor. Dafür werden auf dem heute beginnenden 18. Parteikongress der Kommunistischen Partei in Peking die nötigen Weichen gestellt.

Auf dem Parteitag, der alle fünf Jahre stattfindet, wählen die 2200 Deligierten in einem einwöchigen Prozedere ein neues Führungsgremium. Große Überraschungen darf man dabei aber nicht erwarten, da die meisten Entscheidungen schon hinter verschlossenen Türen getroffen wurden. Von den Abgeordneten des Kongresses wird daher erwartet, dass sie den beschlossenen Maßnahmen nur noch zustimmen.

Wie das politische System in China aufgebaut ist, erfahrt ihr hier:

Professor für Politikwissenschaften an der Universität Duisburg-EssenThomas HebererProfessor für Politikwissenschaften an der Universität Duisburg-Essen 

Es wird davon ausgegangen, dass Xi Jinping, der derzeitige Stellvertreter von Staats- und Parteichef Hu Jintao, als dessen Nachfolger zum stärksten Mann im Staat nominiert wird. Und auch für die Posten im eigentlichen Führungsgremium, dem Ständigen Ausschuss des Politbüros, wird eine neue Generation von Politikern in Stellung gebracht.

Was man von dem Parteikongress erwarten kann, darüber haben wir mit dem Politikwissenschaftler Thomas Heberer gesprochen. Er ist Professor an der Universität Duisburg-Essen, spezialisiert auf die Region Ostasien.