Dänemark beansprucht den Nordpol

Dänemark will einen Platz in der Kälte

18.12.2014

In einem UN-Antrag beansprucht Dänemark den Nordpol für sich und meint, das Gebiet gehöre zum grönländischen Festlandsockel. Doch auch Russland und Kanada erheben Ansprüche. Was steckt dahinter? Und wem gehört der Nordpol denn nun?

Point of Interest im Nordpolarmeer

4.000 Meter unter der Oberfläche des Nordpolarmeers, sehr kalt und auch sehr dunkel: Das ist der geographische Nordpol. Trotzdem ist der Flecken Erde offensichtlich attraktiv: So hat Dänemark am Montag einen Antrag bei den Vereinten Nationen eingereicht, indem es den Nordpol für sich beansprucht.

Grönland ist autonomer Teil Dänemarks

Zu Dänemark gehört auch Grönland, die größte Insel der Erde. Sie ist geologisch gesehen zwar Teil des arktischen Nordamerika, ist aber gleichzeitig ein autonomer Bestandteil des Königreichs Dänemark.

Grönland hat eine eigene Regierung und ein eigenes Parlament, die Landesverteidigung und die Außenpolitik werden jedoch weitestgehend von Dänemark übernommen. Daraus leitet sich der dänische Anspruch auf die Nordpolregion ab.

Wie weit reicht der grönländische Festlandsockel?

Die Dänen wollen in ihrem Antrag nachweisen, dass der Nordpol auf dem Festlandsockel Grönlands liegt, womit bestimmte Rechte zur Ausbeutung von Bodenschätzen einhergehen. Doch auch Russland und Kanada haben solche Anträge gestellt. Die letztendliche Entscheidung wird eine UN-Sonderkommission treffen.

Worum geht es beim Anspruch auf den Nordpol?

Warum Dänemark Interesse am Nordpol hat und wie Meere und Meeresboden unter den Staaten der Welt aufgeteilt sind, darüber sprechen wir mit Nele Matz-Lück. Sie ist Expertin für Seerecht am Walther-Schücking-Institut für Internationales Recht der Universität Kiel.

Nele_Matz-Lueck_copyright_Moritz_BeckMan weiß nicht, was dort liegt, es gibt unterschiedliche Einschätzungen. Aber [...] Dänemark musste jetzt, noch dieses Jahr, einen entsprechenden Antrag stellen, um nicht für immer von möglichen Ansprüchen ausgeschlossen zu sein.Nele Matz-Lückist Expertin für Seerecht am Walther-Schücking-Institut für Internationales Recht der Universität KielCopyright: Moritz Beck