“Das ist ein Plagiat!” – muss eine Bildungsministerin nicht dazu stehen?

06.02.2013

Sehr geehrte Doktorinnen und Doktoren, bitte überprüfen Sie doch noch mal Ihre Doktorarbeit nach unterschlagenen Quellennachweisen, bevor es irgendwann der zuständige Fakultätsrat macht.

Die Fußnoten immer sorgfältig führen, dann klappt es auch dauerhaft mit dem Doktortitel. Foto: © Michael Gottschalk/dapd.

ist Vorsitzender des THESIS Netzwerks für Promovierende und Promovierte.Norman Weissist Vorsitzender des THESIS Netzwerks für Promovierende und Promovierte. 

Es ist wie ein Dejavú. Wieder ist ein Mitglied der Bundesregierung als Plagiator überführt worden. Diesmal hat es Bildungsministerin Schavan getroffen. Sie habe in ihrer Doktorarbeit eindeutig fremdes Gedankengut als ihr eigenes ausgegeben, sagt die zuständige Prüfungskommission. Jetzt soll Schavan ihren Doktortitel und womöglich auch ihr Ministeramt abgeben. Gegen das Aberkennungs-Verfahren will sie klagen. Es scheint jedoch festzustehen, dass sie grobe wissenschaftliche Fehler in ihrer Doktorarbeit begangen hat.

Wie schwerwiegend die sind, warum Plagiatsvorwürfe längst ein Trend geworden sind und welche Schwachstellen im Hochschulsystem derartige Fehler vielleicht sogar begünstigen, hat uns Norman Weiss erklärt.

Er ist Bundesvorsitzender des Netzwerks THESIS für Promovierende und Promovierte.

Das System macht es Doktoranden zu leicht. – Norman Weiss