“Das ist eine rassistische Kampagne” – Frankreich weist hunderte Roma aus

27.08.2010

Frankreich macht ernst: seit Wochen werden dort unter massivem Polizeieinsatz werden hunderte Roma abgeschoben. Dabei werden auch alte Vorurteile reaktiviert.

Musiker bei der ersten Wallfahrt von katholischen Sinti und Roma in Deutschland im Juli 2009. / © Nigel Treblin (ddp)

ist seit 1982 Vorsitzender des Zentralrates Deutscher Sinti und Roma / © Katja Lenz (ddp)Romani Roseist seit 1982 Vorsitzender des Zentralrates Deutscher Sinti und Roma / © Katja Lenz (ddp) 

Was sich seit einigen Tagen in Frankreich abspielt, wirkt auf einige Beobachter verstörend: dort gibt es, wie eigentlich in ganz Europa, Siedlungen von Sinti und Roma. Aber diese werden nun systematisch „geräumt“. Was hinter dieser Formulierung etwas unscharf versteckt wird, sieht konkret so aus: in den frühen Morgenstunden treten schwer bewaffnete Polizeitruppen auf, sammeln die Bewohner in Gruppen, Abschleppwägen beginnen die dort stehenden Wohnwägen abzutransportieren, Männer werden von den Frauen getrennt – all das unter massivem Polizeischutz. Seit Jahresbeginn hat Frankreich so rund 8.300 Roma zurückgeschickt. Und in den vergangenen Woche häuften sich die Einsätze wieder.

Ein äußerst unübersichtlicher Konflikt, in dessen Verlauf inzwischen sogar schon ein Mensch ums Leben gekommen ist. Wir sprechen darüber: mit dem Vorsitzenden der Sinti und Roma in Deutschland, mit Romani Rose.

Das kennen wir alles aus einer Zeit, von der wir glauben, dass Europa sie überwunden hat. Und ich rate dem deutschen Innenminister, an einer solchen Konferenz nicht teilzunehmen – das würde schlimme Erinnerungen hervorrufen.