Das wird heute wichtig: Der Fall Lachmann, die AfD und der nächste Tote im NSU-Prozess (taz)

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17.02.2016

Günther Lachmanns Rausschmiss bei der "Welt", der mediale und politische Umgang mit der AfD sowie die Frage, ob Spekulationen rund um die verstorbenen NSU-Zeugen angebracht sind. Wir sprechen darüber mit Jürn Kruse, Medienredakteur bei der taz. Ab sofort jeden Mittwoch.

Das wird heute wichtig: Günther Lachmann, die AfD sowie der neueste verstorbene NSU-Zeuge

Ein Journalist, der sich als Berater einer Partei andient, hat seine Unabhängigkeit verloren, seine Glaubwürdigkeit aufs Spiel gesetzt und damit seinen Job. – Stefan Aust, „Welt“-Chefredakteur

Der Rausschmiss des Journalisten Günther Lachmann bei der „Welt“ hat eine neue Debatte über Fehler von Journalisten entfacht. Denn Günther Lachmann hatte sich der AfD als Berater angeboten, wollte aber gleichzeitig AfD-Berichterstatter für „Die Welt“ bleiben. Gerade in Zeiten, in denen viele Menschen von „Lügenpresse“ sprechen, ein Aufreger. Wir haben mit Jürn Kruse, Ressortleiter der tazzwei, über Fehler von Journalisten gesprochen.

Außerdem geht es um den Umgang mit der rechtspopulistischen AfD. EU-Kommissar Günther Oettinger hat in dieser Woche mit seiner Aussage zur AfD-Chefin Petry für viel Aufsehen gesorgt. Der Spiegel betitelt Frauke Petry schonmal als „Ungeheuer“ und Politiker boykottieren Talk-Shows, wenn gleichzeitig Kandidaten der AfD eingeladen sind. Wie sollten Politiker und Medien mit den Rechtspopulisten umgehen?

Ein ganz anderes Thema ist der Tod eines möglichen Zeugen im NSU-Prozess. Mittlerweile ist bereits der fünfte Zeuge verstorben. Er hätte möglicherweise zum Tod der Polizistin Michèle Kiesewetter aussagen können. Wie auch die anderen Todesfälle der Zeugen, erscheint die Todesursache zumindest mysteriös und verleitet Beobachter wie den Politikwissenschaftler Hajo Funke zu Spekulationen. Sind solche Spekulationen an dieser Stelle unangebracht?

Jürn Kruse, Ressortleiter bei tazzwei, im Gespräch mit detektor.fm-Moderatorin Juliane Neubauer.

Die Medien müssen aufpassen, dass sie sich jetzt nicht selbst in eine Vertrauenskrise hineinstürzen. Eine Grundskepsis gegenüber Medien gab es schon immer. Das ist auch gut so.Jürn KruseRessortleiter bei tazzwei