Datenbank Eurodac: Bekommt auch die Polizei bald Zugang zu Fingerabdrücken?

18.12.2012

Wird die Polizei künftig auf Fingerabdrücke von Asylbewerbern zugreifen können? Pläne des Europäischen Parlaments sprechen dafür. Der Datenschutzbeauftragte der Europäischen Union kritisiert das heftig und spricht bei detektor.fm über seine Bedenken.

Ursprünglich sollte die Fingerabdruck-Datenbank die Asylverfahren in Europa regeln. Foto: © Norbert Millauer/dapd

ist der Datenschutzbeauftragte der Europäischen Union.Peter Hustinxist der Datenschutzbeauftragte der Europäischen Union. 

Unter bestimmten Bedingungen soll künftig auch die Polizei Zugriff auf die europäische Großdatenbank Eurodac haben. Dafür spricht sich der Justiz- und Innenausschuss des Europäischen Parlaments in einer Vorentscheidung aus.

Eurodac speichert Fingerabdrücke von Asylbewerbern. Die im Jahr 2000 eingerichtete Datenbank soll die Zahl der Asylverfahren in Europa regulieren. Dabei sollen die Fingerabdrücke lediglich verhindern, dass ein Asylbewerber Aufnahmeanträge in mehreren Ländern der Europäischen Union stellt.

Bürgerrechtler und Datenschützer protestieren gegen das Vorhaben des Europäischen Parlaments. Mit Peter Hustinx, dem Datenschutzbeauftragten der Europäischen Union, sprechen wir über seine Kritik an den Plänen des Europäischen Parlaments und wieso er die Grundrechte in Gefahr sieht.