Dem Frieden verpflichtet? Militärforschung an Unis

26.11.2013

Wissenschaft trifft Militär: Deutsche Unis und Institute forschen im Auftrag des Pentagon. Dabei soll eine Zivilklausel einiger Universitäten genau das verhindern.

Die Ludwig-Maximilians-Universität in München hat Sprengstoff für das US-Ministerium entwickelt. Foto: The U.S. Army / flickr.com 

Deutsche Hochschulen forschen für das Pentagon. Das hat eine Recherche der Süddeutschen Zeitung und des Norddeutschen Rundfunks aufgedeckt. In München forscht eine Gruppe an ökologischen Sprengstoffen. In Marburg suchen Wissenschaftler nach neuen Techniken für Drohnen. Die Universität des Saarlandes hat vom Militär Geld bekommen, um in einem Projekt die mathematische Verarbeitung von Sprache zu analysieren.

Zivilklausel für friedliche Forschung

fordert Wissenschaftler auf, Verantwortung für ihre Arbeit zu übernehmen.Jürgen Altmannfordert Wissenschaftler auf, Verantwortung für ihre Arbeit zu übernehmen.  

Insgesamt haben 22 deutsche Hochschulen und Forschungsinstitute vom US-Verteidigungsministerium rund 10 Millionen Dollar (7,4 Millionen Euro) bekommen. Darunter auch Universitäten mit einer Zivilklausel, in der sie sich zu friedlicher Forschung verpflichten.

Die Universität Bremen hat diese Klausel bereits 1986 beschlossen. Darin spricht sich der Akademische Senat gegen „jede Beteiligung von Wissenschaft und Forschung mit militärischer Nutzung bzw. Zielsetzung“ aus. Weiter heißt es: „Die Universität Bremen ist dem Frieden verpflichtet und verfolgt nur zivile Zwecke.“

Über den Schulterschluss von Wissenschaft und Militär haben wir mit Jürgen Altmann gesprochen. Er ist Physiker und Friedensforscher an der Technischen Universität Dortmund.

Bisher ist es der Gewissensentscheidung der Forscher überlassen. – Jürgen Altmann