Demographie-Strategie der Bundesregierung – Ist Deutschland fit für die Zukunft?

25.04.2012

"Jedes Alter zählt" - diesen Titel trägt die heute verabschiedete Demografiestrategie der Bundesregierung. Mit dem Papier möchte das schwarz-gelbe Kabinett Deutschland besser für die Zukunft rüsten. Bisher ist das offenbar versäumt worden.

Bundesinnenminister Friedrich (CSU) stellt heute die 78 Seiten lange Demographie-Strategie der Bundesregierung vor. © Hans-Joachim M. Rickel / BMI

Leiter des Berlin-Instituts für Bevölkerung und EntwicklungDr. Reiner KlingholzLeiter des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung 

Demographie-Forscher warnen bereits seit Jahren: Deutschland wird immer älter und dieser demographische Wandel wird in naher Zukunft das Leben in der Bundesrepublik massiv verändern. Die niedrige Geburtenrate und längere Lebenszeit könnten dazu führen, dass Deutschland bis zum Jahr 2060 gut ein Fünftel seiner Bevölkerung verliert. Eine solche Gesellschaft könnte Einschnitte in vielen Lebensbereichen nach sich ziehen. Das Leben auf dem Land und das Leben der alten Menschen könnte sich grundlegend ändern.

Die Bundesregierung will nun aktiv gegensteuern. Deshalb hat sie heute ihre Demographie-Strategie vorgestellt. So sollen Arbeitsplätze familienfreundlicher werden, das Adoptionsrecht für Eltern erleichtert werden, ältere Menschen besser an der Gesellschaft beteiligt werden oder die Zuwanderung ausländischer Fachkräfte erleichtert werden.

Das alles klingt zwar auf den ersten Blick äußerst engagiert und mutig, doch Dr. Reiner Klingholz, Leiter des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung, beurteilt die Strategie der Regierung ganz anders. Im Interview zeigt er die Schwächen und Leerstellen des Papiers auf.

Es ist keine Strategie. Es ist ein Sammelsurium aus einzelnen Ideen, die alle schon existieren. Eine Strategie müsste sich zunächst ein Ziel setzen. – Reiner Klingholz