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Nicolas Maduro führt die scharfe, amerikafeindliche Linie seines Vorgängers fort. Foto:© Joka Madruga/Flickr

Der Fall Snowden – Lateinamerikas neues Selbstbewusstsein

Die erzwungene Landung des bolivianischen Präsidenten Evo Morales hat speziell in den lateinamerikanischen Ländern für Empörung gesorgt. Nun demonstrieren Bolivien, Nicaragua und Venezuela Stärke und bieten Edward Snowden Asyl an. Doch woher kommt das aktuelle Selbstbewusstsein?

Der verstorbene Präsident Venezuelas, Hugo Chavéz, hat George W. Bush vor der UN-Versammlung einst als „Teufel“ bezeichnet. Chavez galt als lauteste Stimme einer anti-imperialistischen Bewegung, die in Lateinamerika besonders stark propagiert wird.

Die Staaten fordern eine Entschuldigung

Thomas Kestler - forscht zu Politik in Lateinamerika. Foto: © Thomas Kestler

forscht zu Politik in Lateinamerika. Foto: © Thomas Kestler
Thomas Kestler

Und auch sein Nachfolger, Nicolás Maduro, führt diese Linie konsequent fort. Nach der erzwungenen Landung des bolivianischen Präsidenten Evo Morales auf dem Wiener Flughafen hat die Diskussion noch einmal an Schärfe gewonnen. Speziell die lateinamerikanischen Staaten fordern eine Entschuldigung.

Ein neues Selbstbewusstsein

Sie treten entschlossen und selbstbewusst den Forderungen der USA gegenüber. Doch wie berechtigt ist das aktuelle Selbstbewusstsein dieser Staaten?

Das haben wir Thomas Kestler gefragt. Er ist Politikwissenschaftler an der Universität Salzburg und beschäftigt sich seit Jahren mit der Politik in Lateinamerika.

Man steht wirtschaftlich in Südamerika vor einem riesigen Scherbenhaufen und ist dankbar für jede Ablenkung (…) und versucht daraus kurzfristig ein gewisses politisches Kapital zu schlagen.“ – Thomas Kestler