Der Fall Troy Davis: Todesstrafe kaum noch abzuwenden

21.09.2011

Am Montag wurde das letzte Begnadigungsgesuch für den Amerikaner Troy Anthony Davis abgelehnt. Damit ist seine Hinrichtung, trotz erheblicher Zweifel an seiner Schuld, kaum noch zu verhindern.

Der Protest gegen die geplante Hinrichtung von Troy Davis ist international. Hier eine Demonstration in Paris 2008. Foto: © World Coalition Against the Death Penalty/ Link zu flickr.com

Troy Anthony Davis wurde 1991 zum Tode verurteilt. Ihm wird vorgeworfen zwei Jahre zuvor den Polizisten Mark MacPhail erschossen zu haben. Seit zwanzig Jahren wartet er in der Todeszelle auf die Vollstreckung des Urteils.

Bis heute streitet er die Tat vehement ab und mit der Zeit haben sich allerhand Zweifel an seiner Schuld ergeben. Sieben der neun Zeugen, die ihn damals belasteten, haben ihre Aussage mittlerweile widerrufen, Rassismus-Vorwürfe wurden laut. Trotzdem soll Troy Davis heute Nacht durch die Giftspritze getötet werden. Kurz vor der Vollstreckung des Todesurteils wenden sich nun sogar Europarat und EU-Parlament an die US-Regierung mit der Bitte, die Hinrichtung zu verschieben.

Sumit Bhattacharyya, USA-Experte von Amnesty International, erklärt im detektor.fm-Interview warum Troy Davis längst hätte begnadigt werden müssen – und ob doch noch Hoffnung besteht.

Nachtrag vom 22.09.2011:

Troy Anthony Davis wurde am Mittwochabend um 23:08 Uhr durch die Giftspritze hingerichtet. Ein Gnadengesuch in letzter Minute und der Antrag auf Aufschub der Vollstreckung wurden abgelehnt.