Der Täter als Held – Wie die Medien das Bild des Oslo-Attentäters verzerren

26.07.2011

Ein Schock ging am Wochenende durch Norwegen und Europa als ein fanatischer Rechtsradikaler 76 Menschen in Oslo durch eine Autobombe und gezielte Hinrichtung umgebracht hat. Nun erscheint er mit Foto auf fast allen Titelblättern - ist das in Ordnung?

Der Umgang der Medien mit dem tragischen Ereignis in Oslo am Wochende ist durchaus umstritten. © Jens Koehler /dapd.

Nach dem ersten Schock stürzten sich die Medien auf Überlebende und Augenzeugen.

ist Chefredakter bei der Fachzeitschrif w&v für Marketing und Kommunikation. © Bernhard Huber/W&VJochen Kalkaist Chefredakter bei der Fachzeitschrif w&v für Marketing und Kommunikation. © Bernhard Huber/W&V 

Relativ schnell wurde Anders Behring Breivik als Täter gefasst und erschien kurz darauf mit Foto auf fast allen Titelblättern der internationalen Presse.

Doch ist das ethisch eigentlich vertretbar? Warum zeigt man das Foto eines Täters, wenn er doch schon längst gefasst ist? Der Täter suchte eine Plattform für seine radikalen Ansichten und er bekam sie. Das Attentat war Mittel zum Zweck und die Medien spielen wie Marionetten mit.

Einer der sich ganz klar gegen diesen Medienwahnsinn ausspricht, ist Jochen Kalka. Er ist Chefredakteur von „Werben & Verkaufen“, Fachzeitschrift für Marketing und Kommunikation und sagt „Ein Täter darf nicht abgebildet werden“.

Wie man seiner Meinung besser und vor allem taktvoller mit einem solchen Ereignis umgeht, erklärt er im Gespräch: